
Das seit Langem laufende Strafverfahren gegen ehemalige Beamte und Dienstleister, die in das inzwischen eingestellte „Goldene-Pässe“-Programm Zyperns verwickelt sind, sollte am 14. September vor dem Strafgericht in Nikosia eröffnet werden. Doch kurz vor Beginn der Verhandlung reichten die Staatsanwälte 25 zusätzliche Anklagepunkte ein, was zu einer erneuten Verschiebung führte. Die erweiterte Anklageschrift soll das mutmaßliche Geldwäschenetzwerk ausweiten und einzelne Transaktionen bestimmten Angeklagten zuordnen, was die Verteidigung erschwert und das dreiköpfige Richtergremium veranlasste, die Verhandlung bis November zu vertagen.
Zypern hatte sein Staatsbürgerschaft-durch-Investition-Programm (CBI) im November 2020 unter Druck der Europäischen Kommission eingestellt, nachdem Medienrecherchen aufgedeckt hatten, dass Sorgfaltsprüfungen routinemäßig umgangen wurden. Brüssel verfolgt den Fall weiterhin und argumentiert, dass die Republik gegen EU-Recht verstoßen habe, indem sie Pässe verkauft habe. Der Strafprozess hat daher eine Bedeutung weit über die Insel hinaus; eine Verurteilung würde die Position der Kommission stärken und könnte einen europäischen Präzedenzfall zur persönlichen Haftung von öffentlichen Entscheidungsträgern in Investoren-Migrationsprogrammen schaffen.
Die neuen Anklagepunkte beziehen sich hauptsächlich auf Urkundenfälschung, Amtsmissbrauch und Verschwörung, womit sich die Gesamtzahl der Anklagen auf 157 erhöht. Die Verteidiger betonen, dass sie nun Zugang zu Tausenden von Seiten neuer Beweismaterialien – darunter grenzüberschreitende Banküberweisungsdaten – benötigen, bevor sie ihre Mandanten beraten können. Das Gericht wies die Staatsanwaltschaft an, alle Beweismittel bis zum 30. September vorzulegen, doch Beobachter rechnen mit weiteren prozessualen Verzögerungen, sodass Zweifel bestehen, ob die Hauptverhandlung noch in diesem Jahr beginnen wird.
Für Fachleute im Bereich Mobilität verlängert sich damit die Unsicherheit. Rund 4.000 Investoren, die unter dem Programm ausgestellte zypriotische Pässe besitzen, werden weiterhin von einem interministeriellen Ausschuss überprüft. Ein Schuldspruch könnte die Aufhebung fragwürdiger Einbürgerungen beschleunigen, was Auswirkungen auf Familienangehörige, Steuerplanung und den Zugang zum EU-Markt hätte. Dienstleistungsunternehmen, die zuvor lukrative CBI-Geschäfte aufgebaut hatten, sind bereits auf Aufenthaltsprogramme durch Investitionen umgestiegen, doch das verschärfte rechtliche Umfeld könnte Zypern als Standort für regionale Mobilitätsdienstleistungen weniger attraktiv machen.
Zypern hatte sein Staatsbürgerschaft-durch-Investition-Programm (CBI) im November 2020 unter Druck der Europäischen Kommission eingestellt, nachdem Medienrecherchen aufgedeckt hatten, dass Sorgfaltsprüfungen routinemäßig umgangen wurden. Brüssel verfolgt den Fall weiterhin und argumentiert, dass die Republik gegen EU-Recht verstoßen habe, indem sie Pässe verkauft habe. Der Strafprozess hat daher eine Bedeutung weit über die Insel hinaus; eine Verurteilung würde die Position der Kommission stärken und könnte einen europäischen Präzedenzfall zur persönlichen Haftung von öffentlichen Entscheidungsträgern in Investoren-Migrationsprogrammen schaffen.
Die neuen Anklagepunkte beziehen sich hauptsächlich auf Urkundenfälschung, Amtsmissbrauch und Verschwörung, womit sich die Gesamtzahl der Anklagen auf 157 erhöht. Die Verteidiger betonen, dass sie nun Zugang zu Tausenden von Seiten neuer Beweismaterialien – darunter grenzüberschreitende Banküberweisungsdaten – benötigen, bevor sie ihre Mandanten beraten können. Das Gericht wies die Staatsanwaltschaft an, alle Beweismittel bis zum 30. September vorzulegen, doch Beobachter rechnen mit weiteren prozessualen Verzögerungen, sodass Zweifel bestehen, ob die Hauptverhandlung noch in diesem Jahr beginnen wird.
Für Fachleute im Bereich Mobilität verlängert sich damit die Unsicherheit. Rund 4.000 Investoren, die unter dem Programm ausgestellte zypriotische Pässe besitzen, werden weiterhin von einem interministeriellen Ausschuss überprüft. Ein Schuldspruch könnte die Aufhebung fragwürdiger Einbürgerungen beschleunigen, was Auswirkungen auf Familienangehörige, Steuerplanung und den Zugang zum EU-Markt hätte. Dienstleistungsunternehmen, die zuvor lukrative CBI-Geschäfte aufgebaut hatten, sind bereits auf Aufenthaltsprogramme durch Investitionen umgestiegen, doch das verschärfte rechtliche Umfeld könnte Zypern als Standort für regionale Mobilitätsdienstleistungen weniger attraktiv machen.
Quelle: KNEWS (Kathimerini Cyprus)
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