
Im Rahmen des umfassenderen Migrationsprogramms von One Nation hat die Partei am 15. September ihre Vorschläge verschärft, um zu verhindern, dass internationale Studierende in Australien aufeinanderfolgende Visa beantragen – eine Praxis, die sie als „Visa-Hopping“ bezeichnet. Neue Zahlen, die der AAP vorliegen, zeigen, dass die Zahl der Berufungen gegen Studentenvisa beim Administrative Review Tribunal (ART) auf über 53.000 Fälle angestiegen ist – fast doppelt so viele wie vor zwei Jahren. One Nation-Abgeordneter Barnaby Joyce argumentiert, dass die Verpflichtung, weitere Visa ausschließlich im Ausland zu beantragen, den Rückstau beim ART abbauen und nicht ernst gemeinte Antragsteller abschrecken würde. Bildungseinrichtungen warnen jedoch, dass diese Maßnahme einen ohnehin schon durch Lebenshaltungskostensteigerungen und den Anstieg des australischen Dollars belasteten Sektor „vernichten“ würde. Die International Education Association of Australia betont, dass Universitäten mittlerweile bis zu 30 Prozent ihrer Einnahmen von ausländischen Studierenden abhängig sind und 250.000 Australier an den Hochschulen und in den Zulieferketten beschäftigen. Die Labor-Partei arbeitet an eigenen Reformen, die darauf abzielen, die Anforderungen an Englischkenntnisse und finanzielle Leistungsfähigkeit zu erhöhen, doch Insider gehen davon aus, dass sie eine absolute Regel zur Antragstellung ausschließlich im Ausland nicht unterstützen wird. Daten des Innenministeriums zeigen, dass die Ablehnungsquote für Studentenvisa bereits von 9 Prozent in den Jahren 2023-24 auf 14 Prozent in 2025-26 gestiegen ist, nachdem frühere Integritätsmaßnahmen eingeführt wurden. Migrationsanwälte warnen, dass abrupte Verfahrensänderungen die Bearbeitungszentren im Ausland überlasten und die Entscheidungszeiten verlängern könnten, was Australiens Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Kanada und Großbritannien schwächen würde. Sie schlagen stattdessen ein risikobasiertes Triage-System und eine verbesserte Datenweitergabe mit Bildungsaufsichtsbehörden als effektivere Maßnahmen vor. Die lang erwartete Migrationsstrategie der Regierung, die noch in diesem Jahr veröffentlicht werden soll, wird voraussichtlich einen Ausgleich zwischen Forderungen nach strengeren Kontrollen bei Studentenvisa und der Notwendigkeit schaffen, den Zustrom von Absolventen für kritische Fachkräftemangelbereiche – insbesondere in den Bereichen Ingenieurwesen, IT und Gesundheitswesen – aufrechtzuerhalten.
Quelle: The Queenslander / AAP