
Ein spätsommerliches Gewittersystem zog am Abend des 18. September über Zypern hinweg und löste die landesweite Massenwarnung „CY-Alert“ des Zivilschutzes aus, was kurzzeitig den kommerziellen Flugverkehr beeinträchtigte. Laut dem Sprecher des Zivilschutzes, Panayiotis Liasides, wurde die gelbe Wetterwarnung als ernst genug eingestuft, um eine landesweite SMS-Warnung zu verschicken – obwohl in einigen Bezirken letztlich kaum oder gar kein Regen fiel. Die stärksten Niederschläge wurden im Westen verzeichnet, mit 24 mm in Kathikas und 26 mm am Flughafen Larnaka innerhalb weniger Stunden. Der heftige Regen und die eingeschränkte Sicht am Flughafen Larnaka führten dazu, dass mindestens ein ankommender Passagierflug nach Paphos International Airport, 130 km entfernt, umgeleitet wurde. Dies verzögerte Anschlussflüge und den Bodentransport für mehrere hundert Reisende. Die Flughafenbehörden meldeten keine Verletzten, doch die Passagiere mussten bis zu drei Stunden warten, bis Busse organisiert wurden, um sie zurück nach Larnaka und zu anderen Zielen zu bringen. Hoteliers und Reiseveranstalter mussten kurzfristig späte Transfers umplanen, was die weitreichenden Auswirkungen einer einzigen Flugumleitung auf die eng abgestimmte Tourismuslogistik der Insel verdeutlicht. Der Vorfall unterstreicht die zunehmende Herausforderung, die extreme Wetterlagen für Unternehmen darstellen, die auf Zyperns zwei internationale Flughäfen angewiesen sind. Der September markiert traditionell das Ende der Hochsaison, in der zwar noch viele Flugbewegungen stattfinden, die verfügbaren Reserven wie Ersatzbusse und Hotelzimmer jedoch bereits knapp sind. Luftfahrtexperten weisen darauf hin, dass die einzige Start- und Landebahn in Larnaka und die Nähe zur Küste kaum Spielraum lassen, wenn Gewitterzellen schnell vom Mittelmeer heranziehen. Geschäftsreisende mit Mitarbeitern auf Zypern wird empfohlen, die Fürsorgepflicht im Hinblick auf lokale Wetterwarnungen zu überprüfen. Der Zivilschutz kündigte an, dass zukünftige gelbe Warnungen nicht automatisch Massenbenachrichtigungen auslösen werden, riet jedoch Bewohnern und Besuchern, die Wetterberichte des Meteorologischen Amtes und Mitteilungen der Fluggesellschaften aufmerksam zu verfolgen. Unternehmen sollten zudem sicherstellen, dass die Reiseversicherungen ihrer Mitarbeiter wetterbedingte Verspätungen und Umleitungen abdecken und dass Unterkunftsanbieter flexible Check-in-Regelungen während der Sturmsaison anbieten können.
Quelle: Cyprus Mail