
In einer Verschärfung der Kontrollen nach der Einreise, die die Maßnahmen gegen Studentenvisa ergänzt, kündigte Australiens Einwanderungsminister am 18. September an, dass Touristen, die ihre Aufenthaltsdauer überschreiten, künftig mit einer verpflichtenden Inhaftierung bis zur Abschiebung rechnen müssen. Bei einer Pressekonferenz in Canberra erklärte der Minister, dass die Grenzschutzbehörde zusätzliche Mittel erhalten werde, um „Status-Auflösungs“-Razzien in Kurzzeitunterkünften in Sydney und Melbourne durchzuführen, die häufig von Rucksacktouristen und Gig-Economy-Arbeitern genutzt werden. Obwohl die Maßnahme global ausgerichtet ist, stellen Inder mit 397.000 genehmigten Besuchervisumsanträgen im Geschäftsjahr 2025-26 die zweitgrößte Gruppe der Besuchervisaempfänger in Australien dar. Branchenanalysten warnen, dass die Aussicht auf Inhaftierung – selbst bei unbeabsichtigten Überschreitungen von nur einem Tag, etwa durch Flugausfälle – die Nachfrage im Freizeit- und Besucherverkehr (VFR) vor der Festtagssaison beeinträchtigen könnte. Unternehmen mit entsandten Kurzzeitmitarbeitern sollten diese über strikte Ausreisefristen informieren und sicherstellen, dass Rückflüge innerhalb der Gültigkeit des Visums gebucht sind. Arbeitgeber, deren Projektmitarbeiter mit Besuchervisum (Unterklasse 600) zu Meetings einreisen, müssen die Aufenthaltsdauer genau überwachen, da Verlängerungen nun stärker begründet werden müssen und auch komplett abgelehnt werden können. Einwanderungsberater empfehlen, Nachweise über die laufende Beschäftigung und Rückflugtickets bei Inlandsflughafen-Transit mitzuführen, da mit vermehrten stichprobenartigen Kontrollen gerechnet wird. Die Maßnahme bringt Australien in Einklang mit dem britischen Modell der elektronischen Reisegenehmigung (ETA) und signalisiert einen regionalen Trend zu strengeren Compliance-Regeln im Land: Neuseeland führte Anfang des Jahres Sofortstrafen für Überziehungen ein, und Singapur hat einen ähnlichen Vorschlag in Aussicht gestellt. Inder, die mehrtägige Reisen durch Australasien planen, sollten daher die Ausreisedaten in jedem Land genau prüfen, um aufeinanderfolgende Strafen zu vermeiden.
Quelle: Agence France-Presse
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