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Australien stellt neue Grenzschutz-Einheit zur Abschiebung von 77.000 Visa-Überschreitern auf

Sept. 19, 2026
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Australien stellt neue Grenzschutz-Einheit zur Abschiebung von 77.000 Visa-Überschreitern auf
Australiens Migrationswende geht von Worten zur Durchsetzung über. In einer Rede im National Press Club am 18. September bestätigte Innenminister Tony Burke die Einrichtung einer 100-köpfigen „Field Compliance“-Einheit der Australian Border Force (ABF) innerhalb weniger Wochen, unterstützt von 250 zusätzlichen Haftplätzen. Ihre einzige Aufgabe: die geschätzten 77.000 Visa-Überzieher im Land zu finden und entweder festzunehmen oder zur Ausreise zu bewegen. Burke betonte, dass die Einsätze nicht den stark bewaffneten Razzien der US-Einwanderungsbehörde ICE gleichen werden, die weltweit Kritik ausgelöst haben. Stattdessen sollen Taktiken vor 2015 zum Einsatz kommen – vorab vereinbarte Besuche, Namensschilder, keine Schusswaffen – und zunächst auf freiwillige Ausreisen gesetzt werden, bevor es zu Festnahmen kommt. Der ehemalige stellvertretende Einwanderungssekretär Abul Rizvi sagte dem ABC, dass eine gezielte, moderate Durchsetzung jährlich 5.000 bis 10.000 zusätzliche freiwillige Ausreisen bewirken könnte, ohne die Gemeinschaft zu spalten. Die Politik ist heikel: Wirtschaftsverbände fordern die Entfernung der Überzieher, um Wohnraum freizugeben und Verzerrungen auf dem Arbeitsmarkt zu verringern, während Menschenrechtsorganisationen warnen, dass ein ausgebautes Haftsystem ausgebeutete Migranten davon abhalten könnte, Missbrauch zu melden. Burke sieht die Maßnahme als unverzichtbar, um das Versprechen der Labor-Partei einzuhalten, die Nettozuwanderung bis 2028 auf 225.000 zu senken. Für Arbeitgeber hat das unmittelbare Folgen: Mitarbeiter mit abgelaufenen Visa laufen deutlich höhere Gefahr, entdeckt zu werden. Compliance-Teams sollten ihre Belegschaften überprüfen, Visa auf Gültigkeit prüfen und freiwillige Ausreiseoptionen vorbereiten. Unternehmen, die wissentlich unerlaubt Beschäftigte anstellen, riskieren Bußgelder von bis zu 315.000 AUD pro Verstoß. Internationale Entsandte und Geschäftsreisende müssen mit verstärkten Identitätskontrollen an Arbeits- und Unterkunftsorten rechnen, während die ABF-Einheit an Fahrt gewinnt. Für Global-Mobility-Manager sind proaktive Visa-Kontrollen und klare Kommunikation mit ausländischen Mitarbeitern der beste Schutz vor unangenehmen Überraschungen.
Quelle: ABC News

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