
Mit dem Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen erreicht die Sommerreisewelle nach Einschätzung des ADAC ihren Höhepunkt. In seiner am 13. Juli veröffentlichten Stauprognose warnt der Automobilclub vor besonders langen Staus zwischen 17. und 19. Juli auf nahezu allen deutschen Hauptachsen – von der A1 bis zur A99. Bundesweit bremsen rund 1.000 Baustellen zusätzlich den Verkehr. International relevant wird die Lage an den Grenzübergängen: Der ADAC rechnet mit Wartezeiten bei der Rückreise aus Österreich, Polen, Tschechien und der Schweiz, weil Deutschland die temporären Binnengrenzkontrollen wegen irregulärer Migration verlängert hat. Auch in Tirol kommt es wegen Blockabfertigung für Lkw am Montag, 20. Juli, zu Rückstaus, die sich auf deutsche Autobahnen auswirken können. Für Unternehmen, die Dienstreisen oder Lieferketten auf der Straße abwickeln, empfiehlt der Club, Abfahrten auf die frühen Morgenstunden zu legen, Alternativrouten zu planen und Grenzwartezeiten in den Fahrplan einzupreisen. Travel-Manager sollten Beschäftigte zudem auf die Pflicht zur Mitführung gültiger Ausweise bei Grenzkontrollen hinweisen – ein Aspekt, der im innereuropäischen Geschäftsverkehr oft vernachlässigt wird. Private wie geschäftliche Reisende müssen außerdem mit hohem Parkdruck an Flughäfen, Bahnhöfen und Fährhäfen rechnen, weil parallel Großveranstaltungen wie das „Parookaville Festival“ in Weeze oder der „Große Preis von Belgien“ Besucherströme anziehen. Die Prognose zeigt, dass sich die Nachfrage nach Mobilität – trotz leicht sinkender Flugzahlen in Frankfurt – insgesamt normalisiert und zugleich strukturelle Kapazitätsengpässe im deutschen Straßennetz bleiben. Für Mobility-Policy-Entscheider ist das ein Weckruf, Investitionen in digitale Verkehrssteuerung und grenzüberschreitende Bahnverbindungen zu forcieren.
Source: ADAC / Presseportal