
Der Flughafenbetreiber Fraport hat am Morgen des 13. Juli seine Verkehrszahlen für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht – und die fielen ernüchternd aus. Mit 28,9 Millionen abgefertigten Gästen lag Deutschlands größter Airport 0,8 Prozent unter Vorjahr. Im Juni allein sank das Aufkommen sogar um 1,7 Prozent auf 5,7 Millionen Fluggäste. Konzernchef Stefan Schulte kassierte daraufhin das ursprünglich angepeilte Jahresziel von bis zu 66 Millionen Passagieren und rechnet nun „nur noch mit einer Seitwärtsbewegung“ auf Vorjahresniveau (63,2 Millionen). Als Hauptgründe nennt Fraport eine Kette von Störfaktoren: Mehrtägige Streiks im Lufthansa-Konzern, geopolitische Unsicherheiten rund um den Krieg im Iran sowie Diskussionen über die Kerosinversorgung hätten die Nachfrage gebremst. Hinzu komme, dass mehrere Airlines – allen voran die Lufthansa – Kapazitäten von Frankfurt in andere europäische Hubs verlagert hätten. Für die globale Mobilität deutscher Unternehmen ist das Signal zwiespältig. Einerseits schafft ein stabiler, nicht weiter wachsender Hub verlässlichere Abläufe und entlastet Kapazitäten in der Sicherheitskontrolle. Andererseits könnte das stagnierende Volumen die ohnehin angespannten Slot-Kapazitäten auf beliebte Langstrecken weiter verengen und Ticketpreise treiben. Travel-Manager international tätiger Firmen sollten deshalb alternative Abflugorte (München, Zürich, Amsterdam) prüfen und flexible Ticketrichtlinien beibehalten. Trotz des Passagierminus hält Fraport an seiner Ergebnisguidance fest. Der Vorstand setzt auf Kostendisziplin und verweist auf zweistellige Zuwachsraten seiner Auslandstöchter (u. a. Griechenland und Brasilien). Für den Heimatflughafen stehen indes Investitionen in biometrisches Boarding, eine neue Personalkampagne für Sicherheitskontrollen und die pünktliche Inbetriebnahme des Terminal 3 Ende 2027 im Fokus. Aus Sicht der Mobilitätsstrategie Deutschlands zeigt der Bericht, wie verwundbar zentrale Infrastruktur gegenüber Arbeitskämpfen und geopolitischen Krisen bleibt. Politik und Wirtschaft diskutieren daher erneut, den Flughafenverbund FRA-MUC-BER stärker zu koordinieren und Verkehrsströme robuster zu verteilen.
Source: airliners.de / dpa