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Frankreich schlägt im Haushaltsentwurf 2026 eine Erhöhung der Gebühren für Aufenthaltstitel und Visapendants um 100 € vor

Nov. 29, 2025
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Frankreich schlägt im Haushaltsentwurf 2026 eine Erhöhung der Gebühren für Aufenthaltstitel und Visapendants um 100 € vor
Der Entwurf des französischen Finanzgesetzes für 2026 enthält eine Überraschung für die 5,3 Millionen ausländischen Einwohner des Landes: Fast alle Einwanderungsdokumente sollen deutlich teurer werden. Laut dem am 28. November dem Parlament vorgelegten Vorschlag würde die reguläre zehnjährige mehrjährige Aufenthaltserlaubnis (carte de séjour pluriannuelle) von 200 auf 300 Euro steigen, während kurzfristige oder spezielle Genehmigungen – etwa für Saisonarbeiter, Familienzusammenführung und den unternehmerischen „Talentpass“ – um etwa 30 bis 50 Prozent teurer würden. Auch Ersatzkarten für verlorene oder gestohlene Aufenthaltstitel würden sich mit 50 Euro verdoppeln.

Haushaltsberichterstatter argumentieren, Frankreich angleiche sich damit nur dem „europäischen Mittelwert“ an, wobei Spanien für vergleichbare Langzeitgenehmigungen etwa 218 Euro und Deutschland rund 100 Euro verlangt. Die Migrantenrechts-NGO Gisti spricht hingegen von einer „Gebührensprengung“, die besonders Geringverdiener, Studierende und Rentner hart treffen werde. Die Organisation weist darauf hin, dass viele Genehmigungen in den ersten fünf Jahren jährlich erneuert werden müssen, was die Auswirkungen der Gebührenerhöhung vervielfache.

Frankreich schlägt im Haushaltsentwurf 2026 eine Erhöhung der Gebühren für Aufenthaltstitel und Visapendants um 100 € vor


Berater für Unternehmensmigration rechnen bereits mit höheren Umzugskosten. Ein US-Mitarbeiter mit einem vierjährigen lokalen französischen Vertrag zahlt derzeit 99 Euro für das Langzeit-D-Visum, 55 Euro Servicegebühren im Visazentrum und 200 Euro für die Umwandlung des Visums in eine Aufenthaltserlaubnis für das erste Jahr – insgesamt 354 Euro. Nach dem Gesetzentwurf würde derselbe Mitarbeiter 454 Euro zahlen, sofern die Regierung die bisherige „Validierungsgebühr“ von 200 Euro nicht erlässt, was im Entwurf unklar bleibt. Unternehmen, die auch die Formalitäten für Angehörige übernehmen, könnten mit mehreren tausend Euro Mehrkosten pro Familie rechnen.

Das Gesetz zielt zudem auf die Einbürgerung ab und verfielfacht die Antragsgebühr von 55 auf 255 Euro. Die Behörden begründen die neue Abgabe mit der Finanzierung verpflichtender Staatsbürgerkunde- und Sprachtests, Kritiker warnen jedoch, dass dies eine weitere Hürde für die Integration darstelle. Der Vorschlag muss noch den Senat passieren und im Dezember zur endgültigen Abstimmung in die Nationalversammlung zurückkehren. Da Präsident Macrons zentristische Koalition und die Oppositionspartei Les Républicains beide Unterstützung signalisieren, sind größere Änderungen jedoch unwahrscheinlich.

Praktischer Hinweis: Personal- und Global-Mobility-Teams sollten für 2026 mit 35 bis 70 Prozent höheren französischen Einwanderungskosten kalkulieren und Entsendungsverträge, die eine Erstattung der Gebühren versprechen, überprüfen. Experten empfehlen zudem, die parallelen Debatten über eine geplante Gesundheitsabgabe für Inhaber von Langzeit-„Besucher“-Visa zu verfolgen, die die Lebenshaltungskosten für ausländische Mitarbeiter in Frankreich weiter erhöhen könnte.
Quelle: The Connexion

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