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Zypern stellt die Umsetzung des EU-Migrationspakts in den Mittelpunkt seiner Ratspräsidentschaft 2026

Jan. 28, 2026
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Zypern stellt die Umsetzung des EU-Migrationspakts in den Mittelpunkt seiner Ratspräsidentschaft 2026
In Brüssel erklärte der stellvertretende Migrationsminister Nicholas Ioannides am 27. Januar 2026 vor dem Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres des Europäischen Parlaments, dass Zypern die Umsetzung des neuen EU-Pakts für Migration und Asyl zur zentralen Priorität seiner sechsmonatigen Ratspräsidentschaft machen wird, die am 1. Juli 2026 beginnt.

Ioannides betonte, dass sich alle Mitgliedstaaten nun in der „Endphase“ der legislativen Umsetzung und der operativen Vorbereitung befinden, bevor der Pakt im nächsten Jahr in Kraft tritt. Zypern habe bereits Gesetzentwürfe im Parlament, die beschleunigte Asylverfahren, eine erweiterte Nutzung biometrischer Daten im Eurodac-System sowie einen verbesserten Rahmen für freiwillige Rückkehr regeln. Parallel dazu rekrutiert die Regierung 180 zusätzliche Grenzkontrollbeamte und hat 37 Millionen Euro für die Modernisierung von Aufnahmezentren eingeplant.

Zypern stellt die Umsetzung des EU-Migrationspakts in den Mittelpunkt seiner Ratspräsidentschaft 2026


Der stellvertretende Minister bestätigte, dass Nikosia am 2. September 2026 – dem Tag des Inkrafttretens des Pakts – eine Ministerkonferenz ausrichten wird, bei der Innen- und Justizminister gemeinsam mit den EU-Agenturen Frontex, EUAA und Europol zusammenkommen, um die ersten Umsetzungshürden zu überwachen. Zudem kündigte er an, eine Einigung über die noch offenen Regeln zum „Solidaritätsmechanismus“ zu vermitteln, der anerkannte Flüchtlinge umverteilen oder alternativ finanzielle Beiträge von Staaten verlangen soll, die sich einer Umsiedlung entziehen.

Für multinationale Arbeitgeber ist der Zeitplan von großer Bedeutung: Nach Inkrafttreten des Pakts müssen Anträge auf Arbeitserlaubnisse von anerkannten Flüchtlingen innerhalb von 30 Tagen bearbeitet werden – bisher liegt die durchschnittliche Bearbeitungszeit in Zypern bei 90 Tagen. Mobilitätsteams in Unternehmen sollten daher Compliance-Prozesse für Mitarbeiter vorbereiten, die innerhalb der EU den Flüchtlingsstatus erhalten könnten. Außerdem wird die neue Screening-Verordnung Sicherheits- und Gesundheitschecks vor der Einreise an den Flughäfen und Seehäfen Zyperns einführen – Änderungen, die die Ankunftsprozeduren für Geschäftsreisende aus visafreien Drittstaaten verlängern könnten.

Ioannides unterstrich, dass effektive Rückführungen „nicht verhandelbar“ seien, und deutete an, dass Zypern seine Präsidentschaft nutzen werde, um auf EU-Ebene Rücknahmeabkommen mit Herkunftsländern wie Nigeria und Kongo voranzutreiben. Unternehmen, die Drittstaatsangehörige in Zypern beschäftigen, sollten künftige bilaterale Abkommen genau beobachten, da diese die Verlängerung lokaler Aufenthaltstitel für Arbeitnehmer mit abgelaufenen Genehmigungen beeinflussen könnten.
Quelle: Cyprus Inform

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