
Justizvertreter aus der gesamten Europäischen Union und 13 lateinamerikanischen Ländern trafen sich am 20. Februar 2026 in Brüssel, um die Zusammenarbeit im Kampf gegen transnationale organisierte Kriminalität zu vertiefen. Der eintägige Gipfel, der von den leitenden Direktorinnen der Europäischen Kommission Ana Gallego, Irena Moozova und Myriam Ferran gemeinsam geleitet wurde, konzentrierte sich auf den Austausch von Beweismitteln, die Rückgewinnung krimineller Vermögenswerte und die Ausweitung gemeinsamer Ermittlungsteams. Belgien betrachtet die Initiative als Ergänzung zu seinen nationalen Bemühungen, den Kokainhandel durch den Hafen von Antwerpen – Europas größtes Tor für lateinamerikanische Drogen – einzudämmen. Vertreter der Bundespolizei hoben Pilotprojekte hervor, die den Echtzeit-Austausch von Frachtmanifestdaten mit den Zollbehörden Kolumbiens und Brasiliens ermöglichen, während Eurojust Pläne vorstellte, Verbindungsstaatsanwälte in Bogotá und Buenos Aires zu stationieren. Managern im Bereich Unternehmensmobilität wurde mitgeteilt, dass ein intensiverer Informationsaustausch zu vermehrten Nachkontrollen von Fracht und Geschäftsreisenden auf bestimmten Luft- und Seewegen führen könnte. Spediteure in Belgien wurden aufgefordert, ihre Compliance-Verfahren insbesondere für Dual-Use-Güter und Bargeldmeldungen zu überprüfen. Der Gipfel behandelte zudem den Austausch in der Justiz-Ausbildung und Standards für digitale Beweismittel – Initiativen, die die gegenseitige Rechtshilfe, oft ein Schwachpunkt bei grenzüberschreitendem Betrug oder Fällen von geistigem Eigentumsdiebstahl, erleichtern sollen. Die Teilnehmer kündigten ein Folgetreffen im Oktober 2026 in Buenos Aires an, um Fortschritte zu bewerten und eine neue EU-LAC-Justizpartnerschaft zu formalisieren. Obwohl kein Migrationsforum, erkannten die Teilnehmer die Verbindung zwischen organisierten Kriminalitätsnetzwerken und illegalen Migrationswegen an. Belgien stellte 2 Millionen Euro zur Verfügung, um die Zusammenarbeit bei der Aufklärung von Schmuggelringen auszubauen, die Studenten- und Touristenvisa als Tarnung nutzen.
Quelle: The Brussels Times
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