
Bei einem Treffen in Addis Abeba am 18. Februar überprüfte die Gemeinsame Arbeitsgruppe EU-Äthiopien die Umsetzung der Rückführungsvereinbarung von 2018. Zwei Tage später, am 20. Februar, veröffentlichte der Europäische Auswärtige Dienst eine ungewöhnlich positive Erklärung, in der Äthiopien für die beschleunigte Ausstellung von Laissez-passer-Dokumenten gelobt wurde, die für die Rückführung von Staatsangehörigen ohne legalen Aufenthaltsstatus in Europa erforderlich sind. Belgien – dessen Regierung höhere Rückführungsquoten zu einem Eckpfeiler ihrer „strengen, aber humanen“ Migrationsstrategie gemacht hat – begrüßte die Ankündigung. Laut Angaben des Büros von Asylministerin Anneleen Van Bossuyt stellen Äthiopier einen wachsenden Anteil der abgelehnten Asylbewerber in Belgien dar, doch tatsächliche Rückführungen verzögerten sich aufgrund von Dokumentationsproblemen. Die Mitteilung des EAD signalisiert, dass Addis Abeba Anträge nun innerhalb von 30 Tagen bearbeiten und EU-Standard-Reisedokumente akzeptieren wird, was einen entscheidenden Engpass beseitigt. Die EU kündigte zudem technische und finanzielle Unterstützung für Äthiopiens Reintegrationprogramme an, mit dem Ziel, Rückwanderungen zu verhindern. Belgische Behörden planen, EU-Mittel zu nutzen, um Beratungen zur freiwilligen Rückkehr und Nachbetreuung auszubauen, mit dem Ziel, die Zahl der aus Belgien repatriierten äthiopischen Staatsangehörigen im Jahr 2026 im Vergleich zu 2025 zu verdoppeln. Für global agierende Unternehmen könnte die verbesserte Zusammenarbeit die Planung der Talentmobilität erleichtern, indem der Status von Familienangehörigen von Mitarbeitern mit abgelehnten Asylanträgen geklärt wird. Migrationsanwälte warnen jedoch, dass schnellere Rückführungen auch die Wahrscheinlichkeit von Last-Minute-Beschwerden und Anträgen auf humanitären Aufenthalt erhöhen könnten, was den Verwaltungsaufwand in den Personalabteilungen steigert. Diese Entwicklung fügt sich in eine breitere EU-Strategie ein, die Visaerteilung und Entwicklungshilfe an die Rückführungsleistung koppelt – ein Ansatz, den Belgien in den Ratsverhandlungen maßgeblich vorangetrieben hat. Beobachter erwarten, dass ähnliche Bewertungssysteme 2026 auch für andere Länder in Subsahara-Afrika eingeführt werden.
Quelle: The Brussels Times
Wie VisaHQ helfen kann
VisaHQ vereinfacht die Visumbeantragung für Privatpersonen und Unternehmen. Prüfen Sie die aktuellen Reisebestimmungen, bereiten Sie die erforderlichen Unterlagen vor und verwalten Sie Ihren Antrag online über das VisaHQ-Portal für Belgien.Mehr von Belgien
Alle anzeigen
Belgien erhöht die Gebühr für die Staatsbürgerschaft auf 1.000 € und verschärft die Regeln für die Familienzusammenführung
505 belgische Staatsbürger im Ausland inhaftiert, bestätigt das Außenministerium