
Ein heftiger Schneesturm, der in der Nacht zum 21. Februar 2026 über Bayern zog, zwang den Flughafen München – den wichtigsten südlichen Drehkreuz von Eurowings und LOT – rund 150 Flüge zu streichen, wie deutsche Polizei- und Flughafenbehörden berichteten. Viele der gestrichenen Verbindungen betrafen Zubringerflüge, die polnische Passagiere aus Krakau und Breslau zu Langstreckenflügen nach Nordamerika und Asien brachten. München wickelt etwa 18 Prozent des indirekten Langstreckenverkehrs aus Polen ab, und die Ausfälle am Samstag führten zu Verzögerungen am Flughafen Warschau-Chopin, während LOT Polish Airlines versuchte, die Passagiere umzubuchen. Geschäftsreisende berichteten von Umleitungen über Zürich und Wien, die die Reisezeit um bis zu sechs Stunden verlängerten. Der Bahnverkehrsanbieter PKP Intercity setzte zusätzliche Busse auf der Strecke Warschau–Berlin ein, nachdem die Frühverbindungen innerhalb von Minuten ausgebucht waren. Die Störungen verdeutlichen das zunehmende Risiko von Winterwetter auf dem Hub-and-Spoke-Netzwerk Mitteleuropas. Die Lufthansa Group kündigte an, im nächsten Winter ein zusätzliches Enteisungsfahrzeug in München bereitzustellen, während LOT eine Notfallvereinbarung mit Air Baltic prüft, um den Warschau–München-Shuttle abzusichern. Experten raten polnischen Unternehmen, von Dezember bis Februar größere Zeitpuffer in ihre Reisekonzepte einzubauen und sicherzustellen, dass Mitarbeiter EU261-Rechte offline verfügbar haben, falls das Flughafen-WLAN bei massiven Verspätungen ausfällt. Reisende, die am selben Tag an Schengen-Treffen teilnehmen müssen, sollten bei Schneefall Direktflüge oder hybride Formate in Betracht ziehen.