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Brasilien unterzeichnet Dekret, das chinesischen Staatsbürgern visafreie Kurzzeitaufenthalte ermöglicht

Feb. 23, 2026
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Brasilien unterzeichnet Dekret, das chinesischen Staatsbürgern visafreie Kurzzeitaufenthalte ermöglicht
In einem Schritt, der weithin als die größte Liberalisierung des brasilianischen Visaregimes seit über einem Jahrzehnt gewertet wird, unterzeichnete Präsident Luiz Inácio Lula da Silva am 22. Februar 2026 ein Präsidialdekret, das Inhabern gewöhnlicher chinesischer Reisepässe die visafreie Einreise erlaubt. Laut der Maßnahme – bestätigt vom Außenministerium und noch am selben Tag im offiziellen Regierungsblatt Diário Oficial veröffentlicht – können chinesische Staatsbürger künftig bis zu 30 Tage pro Aufenthalt visafrei nach Brasilien einreisen, mit der Möglichkeit einer lokalen Verlängerung auf insgesamt 90 Tage innerhalb von zwölf Monaten.

Dieser Schritt ist ausdrücklich reziprok: Peking erlaubt Brasilianern seit dem 1. Juni 2025 die visafreie Einreise, und beide Regierungen hatten angedeutet, dass eine entsprechende Befreiung für chinesische Reisende folgen würde, sobald die bilateralen Flugkapazitäten und Gesundheitskontrollprotokolle stabilisiert seien. Das Dekret besiegelt somit eine beidseitige Liberalisierung, für die Tourismusbehörden und Fluggesellschaften auf beiden Seiten bereits vor der Pandemie geworben hatten.

Vor 2020 war China Brasiliens am schnellsten wachsender Fernreisemarkt, mit einem Anstieg der Ankünfte um 43 % zwischen 2015 und 2019. Das Tourismusministerium prognostiziert nun, dass die neue Visafreiheit die Zahl der chinesischen Besucher in diesem Jahr über die symbolische Marke von 100.000 heben und zusätzlich 250 Millionen US-Dollar in die lokale Wirtschaft spülen könnte.

Brasilien unterzeichnet Dekret, das chinesischen Staatsbürgern visafreie Kurzzeitaufenthalte ermöglicht


Für Geschäftsreisende hat die Änderung unmittelbare Auswirkungen: Die bisher bis zu drei Wochen dauernden Visa-Vorantragszeiten entfallen, ebenso die Konsulatsgebühr von 150 US-Dollar, die häufig von brasilianischen Tochtergesellschaften für eingeladene chinesische Führungskräfte gezahlt wurde. Fluggesellschaften wie Latam, Azul und China Southern haben bereits bei der brasilianischen Luftfahrtbehörde ANAC zusätzliche Slots für die Strecken São Paulo–Guangzhou und Rio de Janeiro–Peking ab Mai beantragt. Große Hotelketten reaktivieren vorpandemische Initiativen wie chinesischsprachige Willkommenspakete und die Akzeptanz von UnionPay, während Kongresszentren in São Paulo und Recife von einer steigenden Nachfrage aus medizinischen Geräte- und erneuerbaren Energieunternehmen aus Shenzhen und Shanghai berichten.

Einwanderungsrechtler weisen jedoch darauf hin, dass die Visafreiheit keine Erwerbstätigkeit erlaubt: Chinesische Besucher dürfen trotz visafreier Einreise keine lokale Beschäftigung aufnehmen und müssen sich bei einer Verlängerung des Aufenthalts über 30 Tage bei der Bundespolizei registrieren.

Nichtsdestotrotz signalisiert das Dekret eine breitere politische Wende in Brasília. Regierungsnahe Kreise erklärten gegenüber Journalisten, dass ähnliche Befreiungen für Indonesien, Katar und Südafrika derzeit technisch geprüft werden, im Einklang mit dem erklärten Ziel der Regierung, die Tourismuszahlen vor Covid bis Ende 2027 wiederherzustellen.

Auch der Zeitpunkt ist diplomatisch bedeutsam: Lula wird im April zu einem BRICS-plus-Investitionsgipfel nach Peking reisen, und Verhandler berichten, dass das visafreie Regime eine zentrale Rolle in Begleitgesprächen über den Ausbau direkter Flugverbindungen und die Förderung gemeinsamer Projekte in den Bereichen grüner Wasserstoff und Agrartechnologie spielen wird. Analysten sehen das Dekret vom 22. Februar daher nicht nur als Impuls für den Tourismus, sondern als greifbaren Beleg für Brasiliens Hinwendung zu engeren zwischenmenschlichen Beziehungen mit seinem größten Handelspartner.
Quelle: Passe/Port (Passport Index)

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