
Nur wenige Stunden nachdem der Oberste Gerichtshof der USA große Teile von Präsident Trumps einseitigem Zollregime gekippt hatte, erklärte der Schweizer Bundesrat am 22. Februar, dass er die laufenden Verhandlungen über ein umfassendes Handelsabkommen mit Washington nicht aufgeben werde. Vertreter des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) sagten gegenüber Keystone-SDA, zitiert vom Nachrichtenportal Nau.ch, das Ziel bleibe „maximale Rechtssicherheit für Schweizer Exporteure“, auch wenn eine neue US-Exekutivanordnung ab nächster Woche wieder 15 % Zölle erhebt. Das Gericht befand, dass die US-Regierung ihre Befugnisse überschritten habe, indem sie mit dem Notstandsgesetz (IEEPA 1977) pauschale „reziproke“ Zölle in Höhe von rund 200 Milliarden USD verhängte. Obwohl das Urteil Rückforderungsansprüche ermöglicht, warnt SECO, dass die meisten Schweizer Unternehmen weiterhin mit den neuen 15 % Zöllen rechnen müssen, die das Weiße Haus auf einer anderen Rechtsgrundlage angekündigt hat. Die Wirtschaftsverbände, allen voran economiesuisse, schätzen mögliche Liquiditätsbelastungen von bis zu 500 Millionen CHF für Exporteure von Maschinen und Präzisionsinstrumenten. Der politische Druck in Bern wächst: Linke Parteien fordern einen sofortigen Abbruch der Verhandlungen, da Verhandlungen unter Zollbedrohung untragbar seien. Wirtschaftsminister Guy Parmelin wies diese Forderungen zurück und betonte, dass Schweizer Pharma- und Luftfahrtprodukte weiterhin ausgenommen seien und Unternehmen Investitionen in Höhe von 200 Milliarden CHF in den USA zugesagt hätten, die von einem stabilen Rahmen abhingen. Für Manager im Bereich globale Mobilität ist die Episode eine Lehrstunde, wie Handelspolitik die Planung von Personaleinsätzen beeinflussen kann. Höhere Zölle erhöhen die Gesamtkosten von US-Projekten, während Unsicherheiten bei Rückerstattungsfristen die Budgetplanung erschweren. Umzugsberater berichten, dass einige Firmen US-Expansionen vorerst aussetzen, bis Klarheit über die Zölle herrscht; andere beschleunigen Lieferungen und temporäre Einsätze, bevor der 15 %-Satz greift. SECO bestätigte, dass nächste Woche eine mehrparteiliche Parlamentsdelegation nach Washington reist, um dauerhafte Zollentlastungen zu erwirken und die Schweizer Investitionen in US-Forschungszentren hervorzuheben. Mobilitätsverantwortliche sollten beobachten, ob die Verhandlungen branchenspezifische Ausnahmen bringen, die künftige Standortentscheidungen und den Einsatz von Expatriates beeinflussen könnten.
Quelle: Nau.ch
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