
Bei einer Sitzung des LIBE-Ausschusses in Brüssel am Morgen des 24. Februar 2026 zogen die Abgeordneten erstmals öffentlich Bilanz, wie das neue biometrische Ein- und Ausreisesystem (EES) der EU nach vier Monaten schrittweiser Einführung funktioniert. Henrik Nielsen, Direktor für Schengen, Grenzen und Visa bei der GD HOME, räumte ein, dass mehrere stark frequentierte Flughäfen – darunter Brüssel – noch immer weniger als 50 % der Drittstaatsangehörigen über Selbstbedienungskioske abfertigen. Der Leiter von eu-LISA, Tillmann Keber, führte die Engpässe auf Probleme bei der Hardware-Integration und einen Mangel an geschultem Grenzpersonal zurück. Die belgische Bundespolizei bestätigte, dass vor dem Sommeransturm 75 zusätzliche „Reiseassistenzagenten“ eingestellt werden, finanziert teilweise aus dem 24-Millionen-Euro-Grenzmodernisierungsbudget der Flughafenbetreibergesellschaft Brüssel. Verbände der Geschäftsreisenden drängten die Abgeordneten, sicherzustellen, dass die geplante „Pre-Enrolment“-App bis September einsatzbereit ist, wenn die Brüsseler Automobilausstellung und wichtige EU-Konferenzen wieder stattfinden. Ohne die Möglichkeit, Gesichtsdaten und Fingerabdrücke vorab digital zu erfassen, könnten sich die Wartezeiten für Konferenzdelegationen in den morgendlichen Spitzenzeiten auf über 45 Minuten verlängern. Die Kommission kündigte an, ab April einheitliche Leistungsübersichten je Flughafen zu veröffentlichen und vorübergehende Ausnahmen für Gruppenankünfte zu prüfen – eine Maßnahme, die belgische Veranstalter gefordert hatten. Die Abgeordneten betonten jedoch, dass jede Ausnahme weiterhin die 90-Tage-Kurzaufenthaltsregel respektieren und die Sicherheitsgewinne im Schengen-Raum nicht gefährden müsse. Für Manager der Unternehmensmobilität unterstreicht die Anhörung die Notwendigkeit, Nicht-EU-Besucher frühzeitig zu informieren: Pässe sollten mindestens zwei freie Seiten für manuelle Stempel bereithalten, längere Umsteigezeiten in Brüssel eingeplant und die kommenden eu-LISA-Richtlinien zur Sammelanmeldung von Messegruppen genau verfolgt werden.
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