
Das brasilianische Außenministerium hat mit sofortiger Wirkung die Visapflicht für Kurzaufenthalte für Bürger aus acht Ländern – darunter Frankreich, Dänemark und Ungarn – aufgehoben. Französische Touristen und Geschäftsreisende können nun bis zu 30 Tage visafrei einreisen (verlängerbar auf 90 Tage pro Jahr), sofern sie einen mindestens sechs Monate gültigen Reisepass und einen Nachweis über die Weiterreise vorlegen. Die Regelung, veröffentlicht im brasilianischen Diário Oficial und am 2. März von Schengen Travel News hervorgehoben, ist Teil eines Tourismus-Wiederbelebungsplans, der bis 2028, wenn Rio de Janeiro die Olympischen Sommerspiele mitveranstaltet, mehr als 10 Millionen jährliche Ankünfte anstrebt. Frankreich ist bereits Brasiliens zweitgrößter europäischer Herkunftsmarkt; die Flugkapazitäten zwischen Paris und Rio liegen wieder über dem Niveau von 2019, und Air France plant, den saisonalen Flugverkehr nach Fortaleza wieder aufzunehmen. Für französische Unternehmen entfällt durch den Wegfall des Visums eine administrative Hürde, die bisher etwa 80 Euro an Gebühren und zwei Wochen Vorlaufzeit für Ingenieure in den Bereichen Energie, Agrartechnologie und Luftfahrt bedeutete. Reisemanagement-Teams sollten ihre Mitarbeiter dennoch über die strikte 90/180-Tage-Regelung Brasiliens informieren und daran erinnern, dass Einsätze, die länger als drei Monate bezahlt werden, weiterhin eine Arbeitserlaubnis erfordern. Brasilien hofft auf Gegenseitigkeit, doch Paris hat bislang keine Änderungen im Schengen-System angekündigt. Dennoch stärkt dieser Schritt die wirtschaftlichen Beziehungen Frankreichs im Vorfeld der bevorstehenden EU-Mercosur-Handelsgespräche und könnte andere lateinamerikanische Länder dazu bewegen, mit einfacheren Einreisebestimmungen französische Investitionen anzuziehen.
Quelle: Schengen Travel News