
Am Vorabend des Rates für Justiz und Inneres (JHA) veröffentlichte der Rat der EU am 4. März eine Medienmitteilung und einen vorläufigen Tagesordnungspunkt, aus denen hervorgeht, dass die Minister während der Sitzung am 5. März in Brüssel einen großen Teil der Zeit dem „allgemeinen Zustand des Schengen-Raums“ widmen werden. Dazu gehören ein neuer Schengen-Barometer-Bericht sowie eine Debatte über Anreize für freiwillige Rückführungen irregulärer Migranten. Die Sitzung, die unter dem Vorsitz von Zyperns stellvertretendem Migrationsminister Nicholas Ioannides und im Rahmen der rotierenden belgischen Ratspräsidentschaft stattfindet, wird zudem eine überarbeitete Roadmap zur Interoperabilität der EU-Grenzinformationssysteme nach 2026 prüfen. Ein begleitendes Arbeitsdokument zur „Politischen Steuerung des Schengen-Raums“ bestätigt, dass die Minister auch über migrationspolitische Themen mit externer Dimension, die Umsetzung des Pakts für Migration und Asyl sowie die sicherheitspolitischen Auswirkungen des russischen Kriegs gegen die Ukraine diskutieren werden – alles Themen, die direkte Auswirkungen auf die Mobilitätskonformität multinationaler Unternehmen haben, die Mitarbeiter innerhalb des Blocks entsenden. Warum das wichtig ist: Der Schengen-Barometer wird voraussichtlich die Compliance-Prüfungen vor Ort durch Frontex und die EU-Asylagentur im nächsten Jahr beeinflussen, während die Diskussion über freiwillige Rückführungen die EU-Finanzierung für Unterstützungsprogramme beschleunigen könnte, auf die viele Arbeitgeber angewiesen sind, wenn innerbetriebliche Entsandte oder Angehörige ihren Aufenthalt überschreiten. Die Roadmap zur Interoperabilität wird zudem die Zeitpläne für Fluggesellschaften und Arbeitgeber vorgeben, um sich nach dem Start des Entry/Exit-Systems (EES) Ende 2026 an die APIs anzuschließen. Verantwortliche für Mobilitätsprogramme sollten die Ergebnisse der Sitzung (geplant für den 6. März) genau verfolgen und bereit sein, die Reiserichtlinien zu EES, ETIAS und Datenschutzverpflichtungen zu aktualisieren, sobald der Rat die Zeitpläne formell festlegt. Eine frühzeitige Information hilft Unternehmen zudem, zukünftige Bußgelder für Fluggesellschaften einzuplanen und Mitarbeiter im Umgang mit biometrischen Self-Service-Kiosken zu schulen, die das manuelle Abstempeln von Pässen ersetzen werden.