
Polen hat eine der größten zivilen Evakuierungsaktionen seit Jahrzehnten gestartet und zwischen dem 1. und 6. März 2026 mehr als 2.800 Staatsangehörige aus dem Nahen Osten zurückgeflogen. Ministerpräsident Donald Tusk erklärte nach einer Krisensitzung am 6. März, dass für den Tag acht Rettungsflüge geplant seien – sechs aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und zwei aus Oman – sowie weitere Einsätze in Bereitschaft für Katar. Die Eile folgt auf die Ermordung des iranischen Obersten Führers am 28. Februar und die anschließenden Raketenangriffe, die große Teile des zivilen Luftverkehrs in der Region lahmlegten. Die polnische Fluggesellschaft LOT hat Großraumflugzeuge zu Militärstützpunkten in Oman verlegt, während zwei C-295M-Transporter in Riad stationiert sind, um gestrandete Touristen abzuholen, die über Land von Doha anreisen. Alle Regierungs-Jets für VIPs wurden der Evakuierungsgruppe übergeben, und Militärkrankenhäuser stehen für Traumafälle bereit. Die Finanzierung durch den EU-Zivilschutzmechanismus wurde unter der Bedingung genehmigt, dass freie Plätze auch für andere EU-Bürger zur Verfügung gestellt werden. Sicherheitsexperten betonen, dass dies die Bedeutung der Registrierung von Geschäftsreisenden in den konsularischen STEP-Listen unterstreicht, da die Sitzplatzvergabe nach Botschaftsdatenbanken priorisiert wird. Für Mobilitätsmanager ist der Vorfall eine Warnung, Evakuierungsklauseln in Einsatzverträgen für Hochrisikogebiete zu überprüfen. Unternehmen mit Mitarbeitern im Golfraum werden aufgefordert, alternative Ausweichrouten über Kuwait oder saudische Küstenflughäfen zu planen, da die polnischen Behörden mit kurzfristigen Öffnungen und Schließungen von Fluggenehmigungen rechnen, solange das Vergeltungsmuster Irans unvorhersehbar bleibt. Tusk kündigte tägliche öffentliche Briefings an und kritisierte Fluggesellschaften, die nicht klar mit ihren Passagieren kommunizierten. „Selbst eine Nachricht wie ‚Verspätungen sind zu erwarten‘ ist besser als Schweigen“, sagte er und hob die reputationsbezogenen Risiken für Fluggesellschaften und Arbeitgeber während Krisenevakuierungen hervor.
Quelle: Polskie Radio – English Section