
Spaniens Entscheidung, allen undokumentierten Bewohnern eine universelle Gesundheitsversorgung anzubieten, löste sofort politische Gegenreaktionen aus. Bei einer Pressekonferenz am 11. März 2026 bezeichnete die rechtsextreme Partei Vox das Dekret als „Beleidigung für die Spanier“ und behauptete, es werde die Wartelisten überlasten und als Magnet für irreguläre Einwanderung wirken. Rodrigo Alonso, Vox-Stellvertreter im andalusischen Parlament, forderte die Regionalregierung auf, die jährlich an ausländische Patienten ausgegebenen 30.000 Gesundheitskarten an die Nationalpolizei zu übergeben, „damit diese Personen ausfindig gemacht werden können“. Diese Äußerungen markieren eine deutliche Eskalation gegenüber früheren Forderungen, lediglich die Nachweise für die Anspruchsberechtigung zu verschärfen. Obwohl Vox auf nationaler Ebene nicht über die Stimmen verfügt, um das Dekret zu kippen, könnte die Haltung der Partei die Verhandlungen über regionale Finanzierungen beeinflussen, die bestimmen, wie Spaniens 17 autonome Gemeinschaften Krankenhäuser für die Behandlung nicht versicherter Patienten entschädigen. Ein Budgetdefizit könnte die Regionen dazu veranlassen, zusätzliche Verwaltungsgebühren bei Visaverlängerungen zu erheben, um die Kosten auszugleichen. Für Experten im Bereich globale Mobilität ist die Politisierung des Zugangs von Migranten zu Dienstleistungen eine Erinnerung daran, dass regulatorische Erfolge vor Ort weiterhin Reibungen verursachen können. Unternehmen, die Mitarbeiter nach Andalusien, Murcia oder Castilla-La Mancha entsenden – Regionen, in denen Vox an Regierungskoalitionen beteiligt ist – sollten lokale Rundschreiben im Auge behalten, die zusätzliche Bürokratie oder Zusatzversicherungen vorschreiben. Das Ministerium für Inklusion entgegnete, dass die Verweigerung der Grundversorgung teurer sei, da unbehandelte Krankheiten letztlich Notfalleinsätze erfordern. Zudem warnte es, dass die Weitergabe von Patientendaten an die Polizei gegen Spaniens datenschutzrechtliche Bestimmungen gemäß der DSGVO verstoßen würde, was mögliche Gerichtsverfahren nach sich ziehen könnte.
Quelle: Europa Press