
Minuten nachdem die USCIS am 27. März 2026 die Ergebnisse der H-1B-Lotterie für das Geschäftsjahr 2027 veröffentlicht hatte, überschwemmten indische Antragsteller das Subreddit r/USVisaIndians mit der gleichen besorgten Frage: „Wie bekommen wir Termine für die Visastempelung?“ Eine von der Community erstellte Tabelle zeigt, dass die Wartezeiten für Erstgespräche zu H-1B/H-4-Visa beim US-Konsulat in Mumbai über 200 Tage betragen, während der nächste verfügbare Termin in Chennai bereits Mitte November liegt. Die Kapazitätsengpässe resultieren aus der Entscheidung des Außenministeriums, ab dem 1. Januar die während der Pandemie eingeführten Interviewbefreiungen für die meisten Arbeitsvisa aufzuheben, was die Nachfrage nach persönlichen Terminen vervierfacht hat. Konsularbeamte teilten lokalen Medien mit, dass ab Mai zusätzliche Samstags-Schichten angeboten werden, doch Experten bezweifeln, dass dies ausreichen wird: „Rund 65.000 Hauptantragsteller für H-1B-Visa benötigen Termine, davon sind 73 Prozent indische Staatsbürger“, erklärt Poorvi Chothani, geschäftsführende Partnerin bei LawQuest. Für Arbeitgeber drohen durch den Engpass Verzögerungen bei Projektstarts und teure „Visa Runs“ in Drittstaaten wie Singapur oder Warschau. Das globale Mobilitätsteam von Deloitte warnt Kunden, pro entsandtem Mitarbeiter zusätzlich 4.000 US-Dollar für Reise- und Unterkunftskosten einzuplanen, falls bis August kein Termin in Indien verfügbar ist. Unterdessen halten sich Gerüchte, dass Washington noch in diesem Jahr das aufgegebene Pilotprojekt für inländische H-1B-Verlängerungen wieder aufnehmen könnte; falls genehmigt, könnten so etwa 20.000 Fälle aus dem indischen Rückstau 2027 entfallen. Bis dahin priorisieren Unternehmen kritische Talente für Notfalltermine und prüfen erneut Homeoffice-Lösungen.
Quelle: Reddit r/USVisaIndians post