
Die US-Botschaft in Tunis gab am 30. März bekannt, dass ab dem 2. April 2026 tunesische Staatsangehörige, die für B-1/B-2 Besuchervisa zugelassen sind, eine finanzielle Kaution von bis zu 15.000 US-Dollar hinterlegen müssen, bevor das Visum ausgestellt wird. Die Kaution – die erstattet wird, wenn der Reisende die USA rechtzeitig verlässt – erweitert ein Pilotprogramm, das erstmals 2025 eingeführt wurde, um Überziehungen von Aufenthaltszeiten aus Ländern mit hohen Verstoßraten einzudämmen. Nach der endgültigen Regelung erhalten betroffene Antragsteller Einreisevisa mit einmaliger Einreise, die bis zu drei Monate gültig sind, sobald die Kaution hinterlegt wurde. Inhaber noch gültiger B-Visa, die vor dem 2. April ausgestellt wurden, sind ausgenommen, ebenso Studenten, Austauschbesucher und Antragsteller für Einwanderungsvisa. Die Botschaft erklärte, dass die Höhe der Kaution je nach Einzelfall festgelegt wird, aber bei Vorliegen von Überziehungsdaten das Programmmaximum von 15.000 US-Dollar erreichen kann. Für US-Unternehmen, die tunesische Kunden, Lieferanten oder Trainees empfangen, bringt die Kaution neue Hürden und Unsicherheiten bei den Kosten mit sich. Firmen sollten ihre Reisebudgets anpassen, mehr Vorlaufzeit für die Planung von Kundenbesuchen einplanen und, wo möglich, auf Remote-Alternativen zurückgreifen. Reiseverantwortliche müssen Besucher zudem über die Rückerstattungsverfahren und die Aufbewahrung von Dokumenten informieren, um eine zügige Rückzahlung der Kaution sicherzustellen. Das tunesische Außenministerium bezeichnete die Maßnahme als „vorübergehend und einer regelmäßigen Überprüfung unterliegend“, doch Kritiker warnen, dass dies Geschäfts- und Tourismusbeziehungen vor der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 beeinträchtigen könnte – einem Ereignis, das voraussichtlich Rekordzahlen afrikanischer Fans in US-Gaststädte ziehen wird. Einwanderungsanwälte weisen darauf hin, dass am selben Tag zwölf weitere Länder, darunter Kambodscha und Georgien, in das Kautionsprogramm aufgenommen werden, womit die Gesamtzahl auf 18 steigt. Ob das Pilotprogramm dauerhaft wird, hängt von den Überziehungsstatistiken ab, die Anfang 2027 erwartet werden. Bis dahin müssen globale Mobilitätsteams die Kaution als faktische Eintrittsgebühr für tunesische Kurzzeitreisende betrachten.
Quelle: Tunisie Numérique
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