
Der Airports Council International (ACI EUROPE) hat gemeinsam mit Airlines for Europe und IATA die EU-Kommission in Brüssel aufgefordert, die Möglichkeit einer vollständigen Aussetzung des neuen Ein- und Ausreisesystems (EES) während der Hauptsaison im Sommer offen zu halten. In einer Erklärung vom 30. März, die CAPA am 31. März berichtete, warnten die Organisationen vor einer „anhaltenden Verschlechterung“ der Grenzübertrittszeiten seit der verpflichtenden biometrischen Registrierung von der Hälfte aller Drittstaatsangehörigen ab dem 10. März. Grundlegende Probleme – Personalmangel, technische Störungen an Selbstbedienungskiosken und begrenzte Kapazitäten bei automatischen Gates – seien weiterhin ungelöst, so die Verbände. Portugal hat das EES am Flughafen Lissabon bereits für drei Monate ausgesetzt, nachdem es bei den Ankünften zu unkontrollierbaren Engpässen kam. Auch Schweizer Flughäfen sind betroffen: Betreiber in Zürich und Genf informierten die dort ansässigen Fluggesellschaften, dass sich die durchschnittlichen Abfertigungszeiten für erstmals ankommende Drittstaatsangehörige auf fast sechs Minuten verdoppelt haben, was die Mindestumsteigezeiten stark belastet. Sollte die Überlastung anhalten, könnten Fluggesellschaften gezwungen sein, ihre Flugpläne zu verlängern oder Anschlussverkehre über Nicht-Schengen-Drehkreuze umzuleiten, was Kosten und Komplexität für Mobilitätsprogramme erhöht. Olivier Jankovec, Chef von ACI EUROPE, forderte ein „pragmatisches Sicherheitsventil“, das es den Mitgliedstaaten erlaubt, das EES lokal auszusetzen, wenn die Wartezeiten bestimmte Grenzwerte überschreiten – eine Forderung, die von Schweizer Geschäftsreiseverbänden öffentlich unterstützt wird.
Quelle: CAPA – Centre for Aviation