
Urlauber und Geschäftsreisende, die nächste Woche von Prag oder Brünn abfliegen, werden zu den ersten gehören, die das neue Ein- und Ausreisesystem (EES) der Europäischen Union vollständig erleben. Nach einer sechsmonatigen Übergangsphase müssen die tschechischen Grenzbeamten bis zum 9. April 2026 bei 100 % der Nicht-EU-Passinhaber Fingerabdrücke und Gesichtsbilder erfassen. Fluggesellschaften raten Passagieren auf Langstreckenflügen, mindestens 30 Minuten früher am Flughafen Václav Havel einzutreffen; Ryanair und andere Airlines haben ihre Hilfeseiten aktualisiert und warnen, dass automatisierte Kioske zu Engpässen führen können, bis Reisende ihre erste biometrische Registrierung abgeschlossen haben. Nach der Registrierung sollten Wiederkehrer schneller passieren, da ihre Daten drei Jahre lang gespeichert werden, doch die Erstaufnahme dauert laut Flughafen Prag etwa zwei Minuten pro Person. Für tschechische Unternehmen, die häufig Kunden oder Techniker aus Großbritannien, den USA oder Asien empfangen, besteht das größte operative Risiko in verpassten Anschlussverbindungen am ersten Schengen-Eintrittspunkt. Mobilitätsmanager empfehlen Besuchern, längere Umsteigezeiten zu buchen – 90 Minuten statt der üblichen 45 – besonders bei Transit über Paris, Frankfurt oder Warschau, wo die EES-Hardware noch nicht flächendeckend installiert ist. Das Nationale Polizeipräsidium teilt mit, die Anzahl der e-Gates in Terminal 1 verdoppelt und 150 Beamte für manuelle Ausweichverfahren geschult zu haben. Gewerkschaften warnen jedoch, dass der Osterreiseverkehr mit der Frist zusammenfällt und jede Softwarepanne das System ins Stocken bringen könnte. Tschechische Tourismusverbände unterstützen die Sicherheitsziele, haben das Innenministerium jedoch gebeten, eine „Light-Touch“-Phase bis nach den Maifeiertagen zu erwägen, um Asien-Reisegruppen nicht abzuschrecken. Langfristig schafft das EES eine digitale Akte, die in ETIAS, das voraussichtlich Ende 2026 eingeführte Reisegenehmigungssystem, einfließen wird. Arbeitgeber, die Mitarbeiter auf Kurzaufenthalte entsenden, müssen daher die Schengen-Tage sorgfältiger überwachen; Überziehungen werden automatisch erkannt, und Bußgelder können bei Kontrollen vor Ort bis zu 3.000 Euro betragen.
Quelle: Expats.cz / Ryanair Help Centre
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