
Das Prager PVA Expo-Zentrum ist so belebt wie seit der Pandemie nicht mehr, während die Messe Holiday World 2026 (12.–14. März) zu Ende geht. Über 600 Aussteller – von nationalen Tourismusverbänden und Flugallianzen bis hin zu Umzugsfachleuten und Betreibern von Konferenzzentren – nutzten die dreitägige Veranstaltung, um tschechische Unternehmen anzusprechen, die nach zwei Jahren volatiler Flugkapazitäten und ständig wechselnder Visabestimmungen nach neuen Mobilitätslösungen suchen. Ein zentrales Thema der diesjährigen Messe war die praktische Umsetzung des neuen EU-Einreise-/Ausreisesystems (EES), das ab dem 10. April an allen externen Schengen-Grenzen verpflichtend wird. Fluggesellschaften präsentierten biometrische E-Gates, während Reise-Management-Firmen Workshops abhielten, wie tschechische Passinhaber und Drittstaatsangehörige künftig ohne Passstempel die Grenzen passieren werden. Der Prager Flughafen, der im nächsten Monat sechs Gesichtserkennungs-Kioske testet, teilte den Teilnehmern mit, dass die durchschnittlichen Wartezeiten für Nicht-EU-Reisende um 35 Prozent sinken dürften, sobald sich Personal und Passagiere an den neuen Ablauf gewöhnt haben. In Konferenzsitzungen wurde zudem die digitale Einwanderungsreform der tschechischen Regierung für 2027 thematisiert. Vertreter des Innenministeriums, Abteilung für Ausländerpolizei und Asyl – die künftig zur einheitlichen Einwanderungsbehörde zusammengeführt werden soll – stellten Pläne vor, die Bearbeitungszeit für Aufenthaltserlaubnisse von 270 auf 120 Tage zu verkürzen. Arbeitgeber begrüßten dieses Vorhaben, warnten jedoch, dass Zwischenkontingente an tschechischen Konsulaten, wie das derzeitige „Null-Kontingent“ für Mitarbeiterausweise in Dresden, den Fachkräftemangel verlängern könnten. Für Mobilitätsmanager war die wichtigste Erkenntnis die Erholung der regionalen Flugverbindungen. Czech Airlines bestätigte die Wiederaufnahme der Strecke Prag–Seoul im Mai, und Lufthansa-Partner signalisierten, dass der Bodenpersonalstreik am 12. und 13. März nur vier Abflüge von Prag annullierte, die alle innerhalb von 24 Stunden neu abgesichert wurden. Auch die Bahnunternehmen zeigten sich optimistisch: RegioJet kündigte einen Sommerfahrplan an, der Prag erstmals eine direkte Nachtverbindung zum italienischen Hafen Bari bietet und so eine Bahn-Fähren-Korridor für Entsandte auf dem Weg auf den Balkan schafft. Die Aussteller berichteten von reger Geschäftstätigkeit. Nach vorläufigen Zahlen des Veranstalters ABF fanden über 3.400 vorab geplante B2B-Treffen statt – ein Plus von 18 Prozent gegenüber 2025 – und es wurden vorläufige Verträge im Wert von 730 Millionen CZK (ca. 29 Millionen Euro) abgeschlossen. Branchenbeobachter sind sich einig, dass Holiday World, wenn auch nur die Hälfte dieser Verträge finalisiert wird, seine Rolle als zentrale Handelsplattform Mitteleuropas nicht nur für Freizeitveranstalter, sondern auch für Unternehmen mit komplexen grenzüberschreitenden Entsendungen festigen wird.
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