
In einer weitreichenden Entscheidung für Migranten und zurückkehrende Expatriates bestätigte das brasilianische Ministerium für soziale Entwicklung am 4. April 2026, dass ab dem 1. Mai neue Anträge auf Bolsa Família-Zuschüsse, Arbeitslosenversicherung und staatliche Krankengeldleistungen nur noch von Personen akzeptiert werden, deren biometrische Daten bereits in der nationalen Zivilidentifikationsdatenbank (BCN) gespeichert sind. Die Ankündigung folgt auf ein Pilotprojekt in Minas Gerais, das Betrugsfälle um 42 % reduzierte. Während die meisten brasilianischen Staatsbürger bereits über Bank-KYC-Prozesse oder frühere Wählerregistrierungen erfasst wurden, fehlen bei naturalisierten Bürgern und langjährigen ausländischen Bewohnern – geschätzt 1,1 Millionen Menschen – oft vollständige biometrische Profile. Das Ministerium warnte, dass eine verspätete Registrierung zu Verzögerungen bei der Auszahlung von Leistungen für Arbeitnehmer führen könnte, die während von Unternehmensumstrukturierungen ihren Job verlieren. Arbeitgeber, die ausländische Fachkräfte beschäftigen, müssen daher ihre Onboarding-Checklisten aktualisieren und die neue Anforderung auch an Angehörige kommunizieren, die auf staatliche Leistungen angewiesen sind. Mobilitätsberater weisen darauf hin, dass die biometrische Erfassung bei Bundespolizeistationen oder ausgewählten Filialen der Caixa Econômica erfolgen kann, die Kapazitäten in der Zeit nach Ostern jedoch begrenzt sind. Datenschützer äußern Bedenken hinsichtlich der zentralen Speicherung und fordern von der Regierung klarere Richtlinien zu Löschung und Zugriff. Das Ministerium entgegnet, dass das Programm mit dem brasilianischen Datenschutzgesetz (LGPD) konform sei und nur verschlüsselte Vorlagen – keine Rohfingerabdrücke – gespeichert würden. Da dieselbe Datenbank auch Brasiliens E-Grenz- und digitale ID-Systeme speist, erwarten Experten positive Nebeneffekte wie schnellere Einreiseprozesse und weniger Dokumentenbetrug. Unternehmen mit großen saisonalen Arbeitskräftebeständen, insbesondere im Agrarsektor, wird empfohlen, Gruppenregistrierungen zu erleichtern, um Arbeitsausfälle zu vermeiden, falls Mitarbeiter später im Jahr keinen Anspruch auf Krankengeld haben.
Quelle: Click Petróleo e Gás