
Der österreichische Verkehrsinformationsdienst ASFINAG sowie die Automobilclubs ÖAMTC und ARBÖ warnten am 8. April vor starken Nordreisewellen am letzten Osterferienwochenende durch die Alpenrepublik. Besonders auf den Autobahnen A10 Tauern, A13 Brenner und A12 Inntal, den Hauptverbindungen zwischen Kroatien, Slowenien, Italien und Deutschland, ist mit erheblichen Staus zu rechnen. Obwohl Österreich zum Schengen-Raum gehört, behält das Innenministerium das Recht auf stichprobenartige Identitätskontrollen an den deutschen und italienischen Grenzen – vor allem in Tirol, wo bereits Anti-Transit-Maßnahmen für schwere Lkw den Verkehr verlangsamen. Reisende ohne gültigen Reisepass oder Personalausweis riskieren in Slowenien Bußgelder von bis zu 500 Euro, warnen die Behörden. Mobilitätsmanager in Unternehmen sollten Rückkehrer von den Osterferien darauf hinweisen, dass sich die Fahrzeiten am Samstag, 11. April, und Sonntag, 12. April, von Tür zu Tür verdoppeln können. Für zeitkritische Fahrten empfiehlt es sich, auf die Bahn umzusteigen oder Flüge zu Regionalflughäfen wie Klagenfurt oder Innsbruck zu buchen, wo vor dem Start des EES-Systems am 10. April zusätzliche Kapazitäten geschaffen wurden. Logistiker, die Just-in-Time-Lieferungen über den Brenner-Korridor transportieren, sollten mögliche nächtliche Wartezeiten aufgrund des Ferienverkehrs und der sektoralen Lkw-Fahrverbote in Tirol einplanen. Mit dem bevorstehenden Ersatz der Passstempel durch das digitale Ein- und Ausreisesystem Schengen ist mit vermehrten Fahrzeugumleitungen auf Parkflächen zu rechnen, damit Beamte biometrische Dokumente von Drittstaatsangehörigen scannen können. Dies könnte auch für EU-Fahrer unerwartete Rückstaus verursachen. Mietwagenanbieter haben ihre Bestände an Kindersitzen und Dachboxen an den Flughäfen Wien und Salzburg aufgestockt, um späte Buchungen von Familien zu bedienen, die sich ganz bewusst gegen die Straße entscheiden.
Quelle: Kleine Zeitung