
Kaum sechs Wochen nach den Tarifstreitigkeiten, die die Verhandlungen ins Stocken brachten, schickt Neu-Delhi nächste Woche eine hochrangige Delegation nach Washington, um den rechtlichen Text eines vorläufigen Handelsabkommens zwischen Indien und den USA abzuschließen. Beamte teilten dem Business Standard am 15. April mit, dass der Marktzugang für IT-Dienstleistungen, Datenflüsse und temporäre Geschäftsvisa „im Mittelpunkt stehen“ werde, neben neu justierten Zolltarifen für Waren nach einem jüngsten Urteil des US Supreme Court. Brancheninsider erwarten, dass Indien die Wiedereinführung des H-1B-„Drop-Box“-Interviewverzichts fordert, der im Dezember letzten Jahres abgeschafft wurde und seitdem die Wartezeiten für Termine in Mumbai und Hyderabad auf über 500 Tage ansteigen ließ. Neu-Delhi verlangt zudem Klarheit über die vorgeschlagene US$250 „Integritätsgebühr“, die der Kongress für Arbeitsvisa aus Ländern mit hohem Volumen erwägt – Indien steht dabei unangefochten an der Spitze. Für die USA dürften die Verhandler digitale Handelsregeln anstreben, die denen des Indo-Pacific Economic Framework ähneln, einschließlich Verpflichtungen, keine Zölle auf grenzüberschreitende Datenübertragungen zu erheben – ein Bereich, in dem Indien wegen geplanter lokaler Speicherregeln bisher zurückhaltend war. Verantwortliche für Mobilität sollten die Gespräche genau verfolgen. Ein diskutierter Nebenbrief würde beide Länder verpflichten, vierteljährlich Daten zur Visa-Terminverfügbarkeit zu veröffentlichen und eine Hotline für Unternehmen einzurichten, die kritisches Personal mit 30-tägiger Frist entsenden. Wird dies vereinbart, könnte der Mechanismus bis Oktober 2026 in Betrieb gehen, rechtzeitig für die Projektspitzen zum Jahresende. Der Besuch der Delegation signalisiert den politischen Willen, das Mini-Abkommen vor der Zuspitzung des US-Wahlkampfs abzuschließen. Für indische Exporteure und Dienstleister, die mit wachsendem globalem Protektionismus konfrontiert sind, könnten selbst kleine Verbesserungen bei der Visa-Bearbeitung Millionen an eingesparten Projektverzögerungen bedeuten.
Quelle: Business Standard
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