
In einer seltenen Welle parteiübergreifender Einigkeit hat das US-Repräsentantenhaus am 16. April ein Gesetz verabschiedet, das das Heimatschutzministerium verpflichtet, den vorübergehenden Schutzstatus (Temporary Protected Status, TPS) für Haitianer um weitere drei Jahre zu verlängern. Die Maßnahme wurde mit 224 zu 204 Stimmen angenommen, wobei alle Demokraten, ein Unabhängiger und zehn Republikaner unterstützten – ein direkter Widerspruch zu Präsident Donald Trumps angekündigtem Plan, das Programm zu beenden. Der TPS für Haiti wurde erstmals nach dem verheerenden Erdbeben 2010 gewährt und immer wieder verlängert, da das karibische Land zunehmend von politischer Instabilität, weitverbreiteter Bandenkriminalität und der Bewältigung von Naturkatastrophen geprägt ist. Befürworter argumentierten im Repräsentantenhaus, dass ein Ende des Programms jetzt einem „Todesurteil“ für mehr als 350.000 haitianische Staatsangehörige gleichkäme, die sich in den USA ein Leben, Unternehmen und Karrieren aufgebaut haben. Gegner sahen in der Verlängerung einen weiteren Anreiz für illegale Migration. Sollte das Gesetz in Kraft treten, erhalten TPS-Inhaber aus Haiti eine Arbeitserlaubnis bis 2029, was eine Stabilisierung der Arbeitskräfte in den Bereichen Bau, Gesundheitswesen und häusliche Pflege ermöglicht und Unternehmen Zeit gibt, langfristige Personalpläne anzupassen. Manager für Unternehmensmobilität begrüßten die Klarheit, da plötzliche Statusverluste oft Projektzeitpläne und Umzugsbudgets durcheinanderbringen. Das Gesetz geht nun in den Senat, wo seine Chancen ungewiss sind. Selbst bei einer Verabschiedung droht das Weiße Haus mit einem Veto. Einwanderungsanwälte raten Arbeitgebern daher, Notfallpläne und Nachweise über durchgehende Beschäftigung der betroffenen Mitarbeiter aktuell zu halten. Unabhängig vom endgültigen Ausgang signalisiert die Abstimmung im Repräsentantenhaus wachsenden Widerstand im Kongress gegen die umfassendere Strategie der Regierung, humanitäre Programme zu verkleinern. Lobbyisten aus den Bereichen Technologie, Gastgewerbe und Landwirtschaft kündigen an, die Abstimmung vom Mittwoch zu nutzen, um ähnliche TPS-Schutzmaßnahmen für Arbeitskräfte aus Venezuela, Nicaragua und El Salvador zu fordern.
Quelle: Associated Press
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