
Auf den Balearen hat das Anti-Armut-Netzwerk EAPN sogenannte „politisch motivierte Anweisungen“ kritisiert, die einige Gemeinden dazu auffordern, vor der regulären Einwanderungsregelung Spaniens keine zusätzlichen Sozialarbeiter einzustellen. Wie Europa Press am 18. April berichtete, befürchten die Kommunen, dass eine Aufstockung der Kapazitäten die Migrationsströme anheizen könnte, und halten daher die Personalstärke niedrig. EAPN-Sprecherin Laura Martínez erklärte, dass schutzbedürftige Migranten kommunale „Vulnerabilitätsbescheinigungen“ benötigen – eine Voraussetzung für den humanitären Weg der Amnestie. Doch in Palma und Ibiza sind die Termine bereits bis Ende Mai ausgebucht. „Ohne zusätzliche Fallbearbeiter werden viele Antragsteller schlicht die Frist verpassen“, warnte sie. Die Balearische Regierung hat die Rathäuser offiziell aufgefordert, ihre Personalpläne offenzulegen, und sie an ihre gesetzliche Pflicht erinnert, Bescheinigungen innerhalb von zehn Arbeitstagen auszustellen. Bei Nichteinhaltung drohen Verwaltungsstrafen nach dem spanischen Verwaltungsverfahrensgesetz. Die Tourismusbranche, die stark auf saisonale Arbeitskräfte aus Drittstaaten angewiesen ist, befürchtet, dass unterbesetzte kommunale Ämter die Einstellung gerade zum Beginn der Sommersaison verzögern. Einige Hotelketten bieten an, temporäre Stellen für Sozialarbeiter zu finanzieren – eine Lösung, die bereits während des Rückstaus bei Aufenthaltsgenehmigungen 2020 in Form von öffentlich-privaten Partnerschaften genutzt wurde. Der Vorfall zeigt, wie stark lokale Politik die Zeitpläne globaler Mobilität beeinflussen kann. Unternehmen, die Mitarbeiter auf die spanischen Inseln entsenden, sollten mehr Zeit für kommunale Formalitäten einplanen und den wöchentlichen „Bürokratie-Barometer“ der EAPN zur Terminverfügbarkeit im Auge behalten.
Quelle: Europa Press
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