
Die lang erwartete außerordentliche Legalisierung in Spanien wird nun Realität. Regierungsdaten vom 20. April zeigen, dass bereits 42.790 undokumentierte Migranten seit dem Start des Online-Portals Ende letzter Woche Anträge eingereicht haben, während sich Tausende weitere in Postämtern und Sozialversicherungsträgern anstellten, als die persönliche Antragstellung am Montag begann. Das Königliche Dekret 316/2026 gewährt ausländischen Staatsangehörigen, die nachweisen können, dass sie vor dem 1. Januar 2026 in Spanien lebten und ein sauberes Führungszeugnis vorweisen, eine einjährige, verlängerbare Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis. Behörden schätzen, dass die Maßnahme mindestens eine halbe Million Menschen zugutekommen könnte; das unabhängige Think-Tank Funcas geht sogar von bis zu 840.000 aus. Aus arbeitsmarktpolitischer Sicht könnte das Programm helfen, Engpässe in der Landwirtschaft, Gastronomie und Altenpflege zu lindern – Branchen, die bereits auf schnellere Arbeitserlaubnisverfahren drängen. Personalverantwortliche multinationaler Unternehmen mit großen Niederlassungen in Spanien werden dazu angehalten, ihre Beschäftigten im Graumarkt zu überprüfen und zügige Compliance-Strategien zu entwickeln, da legalisierte Arbeitnehmer sofort Sozialversicherungsansprüche und Steuerpflichten erwerben. Die kurze Antragsfrist – Ende 30. Juni – birgt jedoch operative Risiken. Terminvergabesysteme sind überlastet, gemeinnützige Organisationen warnen vor Fehlinformationen, und Gewerkschaften der Migrationsbehörden drohen mit Streiks, falls keine zusätzlichen Mitarbeiter bereitgestellt werden. Für Mobility-Manager in Unternehmen werden die nächsten zehn Wochen entscheidend sein: Eine mangelnde Unterstützung berechtigter Arbeitnehmer könnte Produktivitätsverluste oder plötzliche Fachkräftelücken nach abgelehnten Anträgen bedeuten. Die Legalisierung hat zudem weitreichende Folgen für die EU. Madrids inklusive Haltung steht im starken Kontrast zum neuen Migrations- und Asylpakt der EU, der Rückführungen und Grenzkontrollen priorisiert. Geschäftsreisende sollten beobachten, ob andere Mitgliedstaaten die Dokumentenkontrollen für neu legalisierte Spanier im Schengen-Raum verschärfen, zumindest bis Brüssel die Regeln zur Gegenseitigkeit klärt.
Quelle: Euronews / AP
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