
Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair wird ab dem 10. November 2026 die Check-in- und Gepäckabgabeschalter an Flughäfen 60 Minuten vor dem geplanten Abflug schließen – 20 Minuten früher als bisher. Die Fluggesellschaft kündigte die Änderung am 23. April an und begründete sie damit, den Passagieren „mehr Luft zum Atmen“ zu verschaffen, um die längeren Sicherheits- und Passkontrollschlangen zu bewältigen, die durch das neue EU-Ein- und Ausreisesystem (EES) entstanden sind. Das EES ist seit dem 10. April an allen Schengen-Außengrenzen vollständig in Betrieb. Obwohl Irland nicht zum Schengen-Raum gehört, starten die meisten von Ryanair betriebenen über 3.300 wöchentlichen Flüge nach Kontinentaleuropa; Verzögerungen an ausländischen Abflughäfen können sich daher auf das gesamte Netzwerk auswirken. In den letzten Wochen berichteten Passagiere in Mailand, Lissabon und Palma von stundenlangen Warteschlangen an biometrischen Kontrollstationen, wobei einige Anschlussflüge verpassten. Durch die strengere Frist hofft Ryanair, den Anteil der Kunden zu reduzieren, die sich noch in der Sicherheitskontrolle befinden, wenn das letzte Boarding beginnt – derzeit etwa 2 Prozent, so die Airline. Aus Sicht der globalen Mobilität ist die Änderung bedeutsam, da Ryanair oft die einzige Direkt- oder Tagesverbindung zwischen vielen irischen Regionalflughäfen und sekundären europäischen Wirtschaftszentren bietet. Reisende mit aufgegebenem Gepäck – insbesondere Pendler mit wöchentlichen Rotationsterminen – müssen früher am Flughafen sein oder auf Online-Check-in und Tickets ohne Aufgabegepäck umsteigen. Mobilitätsteams sollten ihre Reiserichtlinien und Buchungstools rechtzeitig vor dem Winterflugplan an die neue 60-Minuten-Regel anpassen. Die Maßnahme verdeutlicht zudem den zunehmenden operativen Druck durch das EES. Flughafenverbände und Fluggesellschaften setzen sich bereits in Brüssel für eine Übergangsfrist ein, die manuelle Stempelungen während der Spitzenzeiten erlaubt, bis biometrische Geräte und Personal vollständig einsatzbereit sind. Sollte diese Erleichterung ausbleiben, könnten andere Airlines Ryanairs Beispiel folgen, indem sie Check-in-Fristen verlängern oder erste Abflüge in weniger frequentierte Zeitfenster verlegen – ein Effekt, den Geschäftsreisemanagement-Teams im Sommer genau beobachten sollten.
Quelle: ITV News
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