
Fünf Jahre nach der Einführung des weltweit ersten steuerfreien Remote-Work-Visums hat die VAE die Messlatte höher gelegt. Ein gemeinsames Rundschreiben der Bundesbehörde für Identität, Staatsbürgerschaft, Zoll und Hafensicherheit (ICP) sowie der Dubai GDRFA, das im Januar veröffentlicht wurde, trat diese Woche vollständig in Kraft. Eine Analyse von The Middle East Insider vom 23. April enthüllt die Details. Wichtige Änderungen: Die monatliche Einkommensgrenze steigt von 3.500 auf 5.000 USD; Antragsteller müssen nun sechs statt drei Monate Kontoauszüge vorlegen; und die Krankenversicherung muss eine stationäre und ambulante Deckung von mindestens 500.000 AED bieten. Alle Nachweise über Beschäftigung oder Firmenbesitz müssen im Ausland legalisiert oder mit Apostille versehen und anschließend in den VAE beglaubigt werden, wodurch die beliebten „Selbsterklärungen“ vieler Freelancer wegfallen. Die Behörden verteidigen die Maßnahme als Qualitätskontrolle und verweisen darauf, dass digitale Nomadenprogramme in Portugal und Spanien bereits höhere Einkommensanforderungen stellen, dort aber dennoch ausländische Einkünfte besteuern. Im Gegensatz dazu behalten die VAE ihren Vorteil der Null-Personensteuer bei und setzen darauf, dass wohlhabende Remote-Arbeiter Ausgaben in den Bereichen Wohnen, Bildung und Freizeit ankurbeln. Für Mobility-Teams in Unternehmen ist die Botschaft zwiespältig. Das Visum bleibt ein wertvolles Instrument für Mitarbeiter mit ausländischem Gehalt, die eine Basis in den VAE benötigen, doch die Vorbereitungszeit verlängert sich um vier bis sechs Wochen, und die Dokumentationskosten (Botschaftsbeglaubigung plus Kurier) können pro Antragstellerfamilie über 1.000 USD betragen. Arbeitgeber sollten bestehende Remote-Work-Visuminhaber überprüfen; Verlängerungen, die nach dem 1. Mai eingereicht werden, müssen die neuen Anforderungen erfüllen. Praktisch sollten HR-Abteilungen die Kontoauszüge vorab prüfen, frühzeitig passende Versicherungen abschließen – lokale Anbieter wie Daman, Orient und Oman Insurance bieten bereits maßgeschneiderte Tarife – und entscheiden, ob die ICP- (bundesweit) oder GDRFA-Portale (speziell für Dubai) besser zu den internen Abläufen passen. Es ist zu erwarten, dass die Prüfung noch strenger wird, sobald die KI-gestützte Salama-Erneuerungsplattform der VAE später in diesem Jahr landesweit eingeführt wird.
Quelle: The Middle East Insider