
Angesichts der Rohölpreise, die nach erneuten Spannungen im Nahen Osten nahe einem Zweijahreshoch liegen, melden tschechische Reiseportale einen deutlichen Anstieg der Flugkosten ab dem Flughafen Václav Havel in Prag. Eine Analyse von Expats.cz vom 25. April zeigt, dass Rückflugtickets auf beliebten Sommerstrecken wie Prag–Barcelona und Prag–London bereits 15 bis 20 Prozent teurer sind als in der gleichen Woche des Vorjahres. Charterveranstalter berichten, dass Treibstoffzuschläge von bis zu 40 Euro pro Passagier in die Mai- und Juni-Pakete eingerechnet werden. Flughafenvertreter betonen, dass der Betrieb stabil bleibt: Die Lagertanks am Flughafen sind zu über 90 Prozent gefüllt, und 80 Prozent des tschechischen Kerosins werden in Litvínov und Kralupy im Inland raffiniert. Dennoch erklärten Fluggesellschaften wie Smartwings und Eurowings gegenüber dem Tschechischen Fernsehen, dass sie die stark steigenden Kerosinkosten nicht unbegrenzt tragen können und zumindest einen Teil der Mehrkosten an die Kunden weitergeben werden. Für Firmenreisemanager ist die Botschaft klar: Budgetanpassungen sind notwendig. Unternehmen mit umfangreichen innergemeinschaftlichen Flügen sollten Tarife frühzeitig sichern oder für Reisen unter vier Stunden die Bahn in Betracht ziehen. Mobilitätsteams, die diesen Sommer Mitarbeiter versetzen, müssen möglicherweise die Umzugskostenzuschüsse erhöhen, um die gestiegenen Ticketpreise für Familienbesuche abzudecken. Der Preisdruck kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Prag sich auf einen Rekord von 19 Millionen Passagieren im Jahr 2026 vorbereitet – ein Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kapazitätskürzungen bei Lufthansa und anderen europäischen Großanbietern haben Prag bislang noch nicht erreicht, doch Analysten warnen, dass anhaltende Preisschwankungen später im Jahr zu einer selektiven Streichung unrentabler Strecken führen könnten. Reiseversicherer weisen Arbeitgeber zudem darauf hin, dass Entschädigungen bei Stornierungen aufgrund von kapazitätsbedingten Treibstoffkürzungen begrenzt sein können, weshalb eine proaktive Reiseplanung unerlässlich ist. Kurz gesagt: Höhere Kosten – nicht Lieferengpässe – werden diesen Sommer das prägende Merkmal der tschechischen Geschäftsreisen sein.
Quelle: Expats.cz
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