
Die Polnische Agentur für Flugsicherungsdienste (PANSA) hat am 27. April 2026 einen Vertrag zur Ausstattung des Flughafens Warschau-Modlin mit einer vollumfänglichen Remote-Tower-Lösung unterzeichnet. Der Vertrag mit dem schwedischen Technologieanbieter Saab ermöglicht es den Fluglotsen im Warschauer Betriebszentrum von PANSA, den Verkehr in Modlin über hochauflösende Kamerabilder und Augmented-Reality-Overlays zu steuern. Modlin – Warschaus schnell wachsendes, kostengünstiges Zweitdrehkreuz – ist durch seine einzige Start- und Landebahn sowie den kleinen physischen Tower begrenzt, der keine zusätzlichen Lotsenplätze zulässt. Der digitale Tower wird die Kapazität um bis zu 20 % erhöhen und Ryanair sowie Wizz Air neue Früh- und Spätschichten ermöglichen, die für Geschäftsreisende mit Anschlussflügen in Warschau entscheidend sind. Für Firmenreisemanager verspricht das Upgrade weniger wetterbedingte Umleitungen und eine schnellere Erholung nach Störungen, da ferngesteuerte Sensoren eine 360-Grad-Sicht selbst bei Nebel bieten, der Modlin bisher oft zur Schließung zwang. PANSA plant die Inbetriebnahme des Systems im vierten Quartal 2026 nach einer sechsmonatigen Testphase, in der digitale und konventionelle Tower parallel arbeiten. Der Vertrag ist Teil einer umfassenderen polnischen Strategie zur Digitalisierung regionaler Flughäfen im Vorfeld des geplanten Zentralen Verkehrsknotens (CPK). Der PANSA-Fahrplan bis 2034 sieht Remote-Tower an acht Flughäfen vor, um Infrastrukturkosten zu senken und den chronischen Mangel an Fluglotsen zu lindern.