
Zum zweiten Tag in Folge bleiben bei der staatlichen Postgesellschaft **Bpost** zwei von drei Verteilzentren in Brüssel komplett geschlossen, was die Zustellung von Hunderttausenden Briefen und Paketen zum Erliegen bringt. Der Streik richtet sich gegen die geplante Anpassung der Arbeitszeiten an die Anforderungen des E-Commerce. Die Verzögerungen treffen unerwartet auch internationale Mobilitätsprogramme: **Viele Aufenthaltstitel, Passverlängerungen und biometrische Erfassungskits werden per Einschreiben verschickt**. Belgische Migrationsberater berichten von Lieferverzögerungen von bis zu einer Woche bei Arbeitserlaubnis-Aufklebern (Anhang 46) und Blue-Card-Bestätigungen, die vor Reiseantritt bei den Beschäftigten eintreffen müssen. Während in Wallonien die Blockaden größtenteils aufgehoben sind und in Flandern kein Streik stattfindet, bearbeiten die Depots Brüssel Nord und Schaerbeek einen unverhältnismäßig großen Anteil an diplomatischer Post und Kurierübergaben für Expressdienste. Arbeitgeber, die auf die Rückgabe von Pässen durch konsularische Visadienste warten, sollten ihre Fälle genau verfolgen und bei zeitlicher Dringlichkeit auf persönliche Abholung umsteigen. Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Management sind ins Stocken geraten; für diese Woche sind keine gemeinsamen Gespräche geplant, was das Risiko erhöht, dass sich die Rückstände bis Anfang Mai hinziehen – genau in die Zeit der saisonalen Mobilitätsspitzen und der Schulferien.
Quelle: The Brussels Times
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