
Nach einer fünfstündigen Debatte in Bern am 30. April hat die Schweizer Nationalrat mit Zweidrittelmehrheit empfohlen, die Volksinitiative „Demokratie-Initiative“ abzulehnen. Der zivilgesellschaftliche Vorschlag, lanciert von der Aktion Vierviertel, wollte die Schweizer Staatsbürgerschaft nach fünf Jahren rechtmässigem Aufenthalt als Anspruch verankern und die Zuständigkeit für die Einbürgerungsstandards von den Kantonen auf den Bund übertragen. Befürworter argumentierten, das derzeitige Flickwerk – einige Kantone verlangen bis zu zwölf Jahre Aufenthalt und mehrere Sprachtests – erschwere die Integration in den Arbeitsmarkt und halte hochqualifizierte internationale Fachkräfte davon ab, langfristig in der Schweiz Karriere zu machen. Gegner entgegneten, die Initiative würde die Staatsbürgerschaft entwerten und das Prinzip der kantonalen Autonomie bei der Einbürgerung untergraben. Justizminister Beat Jans warnte vor einer „seismischen Zentralisierung“ der Kompetenzen, die die Gemeindeverwaltungen überfordern könnte. Die Wirtschaftsverbände, vertreten durch Economiesuisse, blieben neutral, wiesen jedoch darauf hin, dass die Schweiz bereits rund 40.000 Personen pro Jahr einbürgert – eine der höchsten Raten pro Kopf in Europa. Die Initiative geht nun an den Ständerat, der voraussichtlich der Linie des Nationalrats folgen wird. Lehnen beide Kammern ab, können die Befürworter mit 100.000 Unterschriften noch ein landesweites Referendum erzwingen, doch die Dynamik scheint nachzulassen. Für global mobile Mitarbeitende bleibt damit der Status quo erhalten: Eine beschleunigte Einbürgerung ist weiterhin nur in Ausnahmefällen möglich (z. B. für Ehepartner von Schweizer Staatsbürgern). Arbeitgeber sollten bei der Nachfolgeplanung für ausländische Führungskräfte weiterhin lange Vorlaufzeiten einplanen, da diese möglicherweise einen Schweizer Pass anstreben.
Quelle: SWI swissinfo.ch
Wie VisaHQ helfen kann
VisaHQ vereinfacht die Visumbeantragung für Privatpersonen und Unternehmen. Prüfen Sie die aktuellen Reisebestimmungen, bereiten Sie die erforderlichen Unterlagen vor und verwalten Sie Ihren Antrag online über das VisaHQ-Portal für Schweiz.Mehr von Schweiz
Alle anzeigen
Präsident Parmelin vertritt die Schweiz beim Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft und führt Gespräche in Rom und im Vatikan
Schweizer Nationalrat lehnt „Demokratie-Initiative“ für erleichterte Einbürgerung ab