
Mit der zunehmenden Debatte über die Einwanderung veröffentlichte SWI swissinfo.ch am 30. April eine umfangreiche Datenanalyse mit acht interaktiven Grafiken, die zeigen, wie das Freizügigkeitsabkommen (FZA) mit der EU seit 2002 den Schweizer Arbeitsmarkt verändert hat. Die Analyse zeigt, dass zwischen 2015 und 2024 über eine Million EU/EFTA-Bürger in die Schweiz gezogen sind, während 600.000 das Land verlassen haben – ein Nettozuwachs von 400.000 Personen. Die Zahl der Grenzgänger hat sich auf über 400.000 verdoppelt, und sieben von zehn neuen EU-Zuwanderern hatten bereits ein Jobangebot in der Schweiz. Besonders abhängig von europäischer Arbeitskraft sind die Branchen Gesundheitswesen (31 % ausländische Arbeitskräfte) und Gastgewerbe (39 %). Entgegen den Befürchtungen der Bevölkerungsschutzkampagne fanden die meisten zitierten wissenschaftlichen Studien keinen signifikanten Druck auf die Gesamtlohnsituation, wenngleich lokale Effekte bestehen. Laut SECO-Daten trug die Personenfreizügigkeit zwischen 2002 und 2023 jährlich etwa 0,3 Prozentpunkte zum BIP-Wachstum bei, vor allem durch eine höhere Erwerbsbeteiligung. Zudem wird auf eine neu verhandelte Schutzklausel im Entwurf des EU-Schweiz-Pakets „Bilaterale III“ hingewiesen, die Bern erlauben würde, Schutzmaßnahmen zu ergreifen, falls die Einwanderung „ernste wirtschaftliche oder soziale Probleme“ verursachen sollte. Diese Klausel könnte entscheidend werden, falls die Stimmberechtigten im Juni die Zehn-Millionen-Initiative ablehnen, aber dennoch strengere Kontrollen fordern. Für HR- und Mobilitätsteams bieten die Visualisierungen eine fertige Präsentation, um Führungskräfte darüber zu informieren, warum Schweizer Unternehmen im Ausland nach Fachkräften suchen und wie künftige Einschränkungen die Talentgewinnung beeinflussen könnten.
Quelle: SWI swissinfo.ch
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