
Ein drohender Streik am Flughafen Roland-Garros auf der französischen Überseeinsel Réunion wurde abgewendet, nachdem die Gewerkschaften CGTR, CFDT und SAFPTR am späten 30. April eine Lohnvereinbarung mit der Geschäftsleitung erzielt hatten. Der ursprünglich für den 1. Mai geplante und auf unbestimmte Zeit angesetzte Streik hätte die Gepäckabfertigung, Wartung und Passagierdienste an diesem wichtigen Drehkreuz im Indischen Ozean, das die französischen Fluggesellschaften mit Südafrika und Asien verbindet, erheblich beeinträchtigen können. Im Rahmen der Vereinbarung erhalten die Mitarbeiter eine einmalige Prämie von 500 Euro sowie einen Fahrplan für Gehaltsverhandlungen bis zum 30. Juni. Die Streik-Überwachungsplattform StrikeTracker stufte die Warnung am 1. Mai um 09:15 Ortszeit auf „Abgesagt“ herab und meldete, dass der Betrieb normal laufen sollte. Fluggesellschaften wie Air France, French Bee und Air Austral haben ihre Notfallpläne zurückgezogen, warnen jedoch, dass es während der Umstellung der Dienstpläne zu kleineren Gepäckverzögerungen kommen kann. Für globale Mobilitätsteams entfällt durch die Absage die Notwendigkeit, technische Experten und Expat-Familien über Mauritius umzuleiten. Auch Supply-Chain-Manager werden entlastet, da teure Umleitungen zeitkritischer Pharmazeutika, die über Réunion nach frankophone Afrika transportiert werden, vermieden werden. Dennoch zeigt der Vorfall, dass die französischen Überseegebiete dieselbe arbeitsrechtliche Volatilität wie das Festland aufweisen; Unternehmen mit Mitarbeitern in Mayotte, Martinique oder Guadeloupe sollten die lokalen Streikpläne weiterhin im Blick behalten. Arbeitgeber mit entsandten Mitarbeitern auf Réunion wird empfohlen, aktualisierte Reisehinweise zu verbreiten und Flughafentransfers zu bestätigen, da die Gewerkschaftsföderationen bei stockenden Verhandlungen im nächsten Monat mit neuen Arbeitskampfmaßnahmen drohen.
Quelle: StrikeTracker