
Eine landesweite Umfrage, die am 1. Mai von Tamedia/20 Minuten veröffentlicht wurde, zeigt, dass derzeit 52 % der Stimmberechtigten die Volksinitiative der Schweizerischen Volkspartei (SVP) „Nein zu einem Zehn-Millionen-Schweiz“ bei der Abstimmung am 14. Juni unterstützen würden. Die Initiative will eine Bevölkerungsobergrenze von 10 Millionen in die Bundesverfassung aufnehmen und verpflichtet die Regierung, „alle notwendigen Maßnahmen, insbesondere im Bereich der Zuwanderung“, zu ergreifen, sobald die Wohnbevölkerung 9,5 Millionen erreicht. Ende 2025 lag die Bevölkerung der Schweiz bei 9,1 Millionen, und unter den aktuellen Zuwanderungstrends wird erwartet, dass sie Anfang der 2030er Jahre die 10-Millionen-Marke überschreitet. Befürworter argumentieren, dass Wohnraummangel, überlasteter öffentlicher Verkehr und Umweltbelastungen entschlossene Begrenzungen rechtfertigen. Gegner – darunter der Bundesrat, die wichtigsten Wirtschaftsverbände und alle anderen großen Parteien – warnen, dass strenge Obergrenzen die Arbeitskräfteversorgung im Gesundheitswesen, Gastgewerbe und in der Hightech-Industrie gefährden würden, wo ausländische Fachkräfte bereits strukturelle Lücken füllen. Für Manager im Bereich globale Mobilität stehen viel auf dem Spiel. Sollte die Initiative angenommen werden, könnten Arbeitserlaubnisquoten für Drittstaatsangehörige drastisch reduziert, die Personenfreizügigkeit mit der EU eingeschränkt und Unternehmen bei der Entsendung von Mitarbeitenden strengeren Arbeitsmarktprüfungen oder höheren Lokalisierungsquoten unterworfen werden. Interne Relocation-Teams modellieren daher Szenarien von verzögerten Einstellungen bis hin zur Verlagerung regionaler Hauptsitze. Die Umfrage zeigt demografisch eine Stadt-Land- und Einkommensspaltung: 57 % der ländlichen Befragten befürworten die Obergrenze, während 53 % der städtischen Wähler sie ablehnen. Einkommensschwächere Gruppen tendieren stärker zu einem „Ja“, während die Mehrheit der Spitzenverdiener dagegen ist. Geschlechterunterschiede sind gering. Sechs Wochen vor der Abstimmung wird mit einer Intensivierung des Wahlkampfs gerechnet, und unentschlossene Wähler (2 %) könnten das Ergebnis noch beeinflussen. Der Bundesrat hat bereits gewarnt, dass eine Annahme komplexe Verhandlungen mit Brüssel auslösen würde, da die vorgeschlagene Obergrenze dem Abkommen über die Personenfreizügigkeit widerspricht. Ein „Ja“ könnte die Schweiz sogar zwingen, Schutzklauseln anzuwenden oder das Abkommen zu kündigen – Maßnahmen, die sich über Nacht auf Geschäftsreisen und Entsendungsprogramme auswirken könnten. Mobilitätsverantwortliche sollten Führungskräfte über mögliche Störungen informieren und die endgültigen Umfragewerte bis zum 14. Juni genau beobachten.
Quelle: IamExpat
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