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Maifeier-Demonstrationen in der ganzen Schweiz richten sich gegen die Einwanderungsobergrenze vor der Abstimmung im Juni

Mai 3, 2026
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Maifeier-Demonstrationen in der ganzen Schweiz richten sich gegen die Einwanderungsobergrenze vor der Abstimmung im Juni
Die Demonstrationen zum Internationalen Tag der Arbeit am 1. und 2. Mai zogen Tausende auf die Straßen der Schweiz und rückten die Migrationspolitik ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Allein in Genf überquerten rund 3.000 Teilnehmer die Mont-Blanc-Brücke mit Transparenten wie „Löhne schützen, nicht Grenzen“ und „Nein zur rechtsradikalen Initiative“ – eine Anspielung auf den SVP-Vorschlag zur Bevölkerungsobergrenze, der am 14. Juni zur Abstimmung steht. Die Polizei meldete keine Zwischenfälle. Redner des Gewerkschaftsdachverbands USS warnten, dass eine Begrenzung der Bevölkerung auf 10 Millionen Branchen von Bau bis Pflege, die auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen sind, „entkernen“ würde. Sie stellten die Initiative zudem in den Kontext einer europaweiten anti-migrantischen Stimmung und forderten die Wähler auf, diese „falsche Lösung“ für Wohnungs- und Verkehrsprobleme abzulehnen. Ähnliche Botschaften waren auf dem Helvetiaplatz in Zürich und in Basel zu hören, wo auch Grenzgänger aus Frankreich und Deutschland an den Demonstrationen teilnahmen. Für Personalverantwortliche sind die Proteste mehr als nur symbolisch. Gewerkschaftsführer signalisierten, dass sie im Falle eines Ja zur Initiative Ausgleichsmaßnahmen fordern werden, etwa eine verpflichtende Anwendung von Gesamtarbeitsverträgen für entsandte Arbeitnehmer und strengere Kontrollen gegen Lohndumping. Dies könnte die Kosten für kurzfristige Einsätze und Fremdvergaben in der Schweiz erhöhen. Die Kundgebungen dienten zudem als Generalprobe für die Sicherheitsbehörden vor dem G7-Gipfel im benachbarten Frankreich im nächsten Monat, wenn erneut Anti-Globalisierungs-Aktivisten in Genf erwartet werden. Die kantonalen Behörden prüfen vorübergehende Einschränkungen großer Versammlungen und haben große Arbeitgeber gebeten, ihre Notfallpläne und Mitarbeitenden-Informationssysteme für den Fall von Verkehrsbehinderungen zu aktualisieren. Während die Maikundgebungen in der Schweiz zum politischen Kalender gehören, verleiht die zeitliche Nähe zum Migrationsreferendum in diesem Jahr der Debatte eine ungewöhnliche Dringlichkeit. Da die Umfragen noch unbeständig sind, sollten Mobilitätsmanager genau beobachten, wie sich die öffentliche Stimmung – die nun auf den Straßen sichtbar wird – auf das Abstimmungsverhalten und damit auf das künftige regulatorische Umfeld für die Rekrutierung von Talenten in der Schweiz auswirken könnte.
Quelle: SWI swissinfo.ch

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