
Das australische Außenministerium (DFAT) bestätigt, dass sich weiterhin vier australische Staatsbürger an Bord des niederländisch gecharterten Expeditionsschiffs MV Hondius befinden, das nach einem tödlichen Ausbruch des Andes-Hantavirus auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln in Spanien ist. Laut dem Live-Blog der Guardian vom 8. Mai werden die spanischen Behörden dem Schiff an diesem Wochenende die Ankunft in Teneriffa gestatten, nachdem drei Todesfälle und mindestens acht Verdachtsfälle gemeldet wurden. DFAT teilt mit, dass die Australier keine Symptome zeigen und von den spanischen Gesundheitsbehörden vor der Rückführung einen negativen Test vorlegen müssen. Nach den aktuellen Bestimmungen des Biosecurity Act kann für zurückkehrende Passagiere eine Gesundheitsanordnung erlassen werden, die bis zu 45 Tage Selbstüberwachung bei Ankunft in Australien vorschreibt. Das Gesundheitsministerium bewertet das Risiko für die australische Bevölkerung als „sehr gering“, hat jedoch die Bundesstaaten angewiesen, Quarantäneeinrichtungen vorzubereiten, falls Passagiere während der Rückreise positiv getestet werden. Das Hantavirus, das normalerweise durch Nagetierexkremente übertragen wird, verbreitet sich selten von Mensch zu Mensch. Die WHO warnt jedoch, dass eine begrenzte Übertragung unter Menschen an Bord der Hondius möglich sein könnte, weshalb weltweit Passagiere, die an früheren Häfen von Bord gingen, zurückverfolgt werden. Fluggesellschaften wurden gebeten, Reisende mit Fieber und Lungenbeschwerden aus Teneriffa in den nächsten zwei Wochen besonders zu beobachten. Der Vorfall stellt die während der COVID-19-Pandemie verfeinerten Protokolle auf die Probe, als Kreuzfahrtschiffe zu Ausbreitungsherden wurden. Kreuzfahrtanbieter mit australischen Routen sehen sich einer erneuten Prüfung der Hygiene- und medizinischen Einrichtungen an Bord gegenüber; mehrere Reedereien haben bereits Gesundheitsdeklarationen vor dem Boarding wieder eingeführt und überprüfen ihre Richtlinien für Landausflüge. Gleichzeitig aktualisieren Reiseversicherer ihre Ausschlüsse und Evakuierungskriterien für Expeditionskreuzfahrten. DFAT rät Australiern, die eine Seereise planen, sicherzustellen, dass ihre Versicherung eine medizinische Evakuierung aus dem Ausland abdeckt, und ihre Reise auf der Regierungsplattform Smartraveller zu registrieren, um im Falle eines Ausbruchs schnell kontaktiert werden zu können. Mobilitätsmanager, die Incentive-Kreuzfahrten oder Konferenzcharter organisieren, sollten ihre Notfallpläne angesichts des Hondius-Falls überdenken.
Quelle: The Guardian (live blog)