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Kantone, Städte und Gemeinden bilden geschlossene Front gegen die SVP-Initiative «10-Millionen-Schweiz»

Mai 12, 2026
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Kantone, Städte und Gemeinden bilden geschlossene Front gegen die SVP-Initiative «10-Millionen-Schweiz»
Weniger als fünf Wochen vor der Abstimmung der Schweizer Stimmberechtigten über eine Begrenzung der ständigen Bevölkerung auf 10 Millionen haben sich die drei Regierungsebenen der Schweiz mit einem ungewöhnlich deutlichen gemeinsamen Appell gegen die Initiative ausgesprochen. An einer Pressekonferenz in Bern am 11. Mai warnten Markus Dieth (Konferenz der Kantonsregierungen), Hanspeter Hilfiker (Schweizer Städteverband) und Mathias Zopfi (Schweizer Gemeindeverband), dass eine starre Bevölkerungsobergrenze „mehr Probleme schafft, als sie löst“. Sie betonten, dass die Kantone bereits gezielte Instrumente wie Bauvorschriften, Wohnungsanreize und Investitionen in den Verkehr nutzen, um das Wachstum zu steuern, während eine feste Obergrenze die Arbeitskräfteversorgung, Steuereinnahmen und die öffentlichen Dienstleistungen, die die Lebensqualität in der Schweiz sichern, gefährden würde. Besonders hoben die drei Organisationen die Auswirkungen auf die Mobilität hervor. Sollte die Initiative die Schweiz zwingen, das Personenfreizügigkeitsabkommen mit der EU neu zu verhandeln oder auszusetzen, könnten Grenzgänger aus Nachbarländern mit Quoten oder Lotterien für Arbeitserlaubnisse konfrontiert werden. Über 360.000 Grenzgänger arbeiten derzeit in Krankenhäusern, IT-Zentren und Uhrenfabriken; ihr Wegfall würde alles von Fahrplänen des öffentlichen Verkehrs bis zu Sicherheitsdiensten an Flughäfen belasten. Wirtschaftsverbände begrüßten die Stellungnahme. Economiesuisse erklärte, die gemeinsame Stimme von Kantonen, Städten und Gemeinden „macht den praktischen Schaden deutlich“, den der Vorschlag für Lieferketten und Unternehmensverlagerungen verursachen würde. Personalverantwortliche multinationaler Unternehmen berichteten den Schweizer Medien, dass sie bereits Notfallpläne erarbeiten, die unter anderem die Verlagerung von Shared-Service-Centern in nahegelegene EU-Länder vorsehen, falls die Einstellungsbeschränkungen verschärft werden. Befürworter der SVP-Initiative entgegneten, die Kantone fürchteten lediglich den Verlust von Ausgleichszahlungen des Bundes. Umfragen der vergangenen Woche zeigen eine gespaltene Wählerschaft, was eine harte Schlussphase der Kampagne erwarten lässt, in der Manager für globale Mobilität die Rhetorik und Meinungsentwicklungen genau beobachten werden.
Quelle: blue News

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