
Der wöchentliche Einwanderungsbericht von Crown World Mobility vom 14. Mai 2026 führt mit Brasiliens Entscheidung, Inhabern chinesischer Reisepässe visafreien Zugang zu gewähren. Der Newsletter bewertet den Verzicht als wettbewerbsstrategischen Schritt in Amerika und stellt ihn den noch ausstehenden vollständigen Visadiensten der USA in China sowie den verschärften eTA-Regeln Kanadas für brasilianische Reisende gegenüber. Analysten von Crown betonen, dass die brasilianische Maßnahme „nicht verlängerbar“ ist, und warnen Programmverantwortliche davor, Verlängerungsanträge abzulehnen. Sie empfehlen, in der Einsatzverwaltungssoftware feste Fristen einzubauen, die nach 28 Tagen eine Bearbeitung am Ausreisedesk auslösen. Das Unternehmen rät zudem Kunden aus Branchen wie Energie und Ingenieurwesen – in denen chinesische Anbieter häufig Techniker für Geräteinstallationen entsenden – zu prüfen, ob die Tätigkeiten tatsächlich unter „unentgeltliche technische Unterstützung“ fallen oder ein VITEM V-Arbeitsvisum erforderlich ist. Das Update weist auf mögliche positive Effekte für regionale Drehkreuze hin: Fluggesellschaften auf den Strecken São Paulo/Guarulhos – Panama-Stadt, Bogotá und Santiago könnten durch chinesische Geschäftsreisende, die Brasilien als Sprungbrett nach Südamerika nutzen, höhere Auslastungen verzeichnen. Duty-of-Care-Teams werden jedoch daran erinnert, dass chinesische Staatsbürger für die meisten Nachbarländer, darunter Argentinien und Chile, weiterhin ein Visum benötigen. Der Bericht von Crown hebt außerdem hervor, dass der Verzicht keine Auswirkungen auf Brasiliens Pilotprojekt zur digitalen Reisegenehmigung (DTA) hat, das für das vierte Quartal 2026 geplant ist und zunächst Besucher aus den USA, Kanada und Australien umfasst. Die Einbindung chinesischer Staatsangehöriger in die DTA würde umfangreiche Verhandlungen zum Datenaustausch erfordern, die bislang noch nicht begonnen haben. Für Akteure, die Talente über mehrere Rechtsräume hinweg managen, unterstreicht der Digest die Bedeutung, die Gegenseitigkeitspolitik genau zu beobachten: Sollte Peking ein Ungleichgewicht wahrnehmen – etwa wenn Brasilien für andere Partner wieder Visa einführt – könnte China die Vereinbarung mit einer Frist von 30 Tagen kündigen.
Quelle: Crown World Mobility