
Die Europäische Kommission hat in Thailand ihr neues „Visa-Kaskaden“-Programm gestartet, das Inhabern thailändischer Reisepässe mit einwandfreiem Reiseverlauf ermöglicht, schrittweise längere Mehrfacheinreise-Schengenvisa zu erhalten: ein Jahr nach dem erstmaligen erfolgreichen Visum, zwei Jahre nach einem regelkonformen Einjahresvisum und fünf Jahre nach einem regelkonformen Zweijahresvisum. Das Programm trat am 8. Mai 2026 in Kraft, wurde jedoch erst am 18. Mai offiziell bekanntgegeben und gilt ab sofort bei allen Schengen-Vertretungen in Bangkok. Die österreichische Botschaft in Bangkok hat ihr Terminportal entsprechend aktualisiert und weist darauf hin, dass wiederkehrende thailändische Geschäftsreisende von der verlängerten Gültigkeit profitieren können, sofern sie weiterhin die Anforderungen an finanzielle Mittel und Reiseversicherung erfüllen. Da österreichische Unternehmen in Branchen wie Halbleiterausrüstung und Tourismus stark auf kurzfristige technische Besuche aus Thailand angewiesen sind, können Mobilitätsmanager durch das Programm Verwaltungsaufwand einsparen: Weniger Visumanträge bedeuten geringere Kurierkosten und weniger Ausfallzeiten der Reisepässe. Die Kaskade folgt ähnlichen Pilotprojekten in Indonesien, Indien und der Türkei und ist Teil der EU-Strategie zur Gewinnung von Fachkräften und Talenten. Obwohl die grundlegenden Regeln für C-Visa unverändert bleiben (maximal 90 Tage innerhalb eines 180-Tage-Zeitraums), ermöglicht die längere Gültigkeit Vielreisenden, mehrere Reisen unter einem Visum zusammenzufassen, was die Planung von Schulungen, Audits oder Messebesuchen in Wien, Linz und Graz erleichtert. Unternehmen sollten dennoch die Einhaltung der Aufenthaltsdauer genau überwachen, da Überziehungsstrafen auch für Inhaber von Mehrjahresvisa gelten. Personalabteilungen wird empfohlen, ihre Reise-Tracking-Software zu aktualisieren, um thailändische Staatsangehörige zu identifizieren, die nun leichter die 90/180-Tage-Grenze überschreiten könnten. Zudem wurden Fluggesellschaften daran erinnert, dass sie seit dem 10. April 2026 vor Abflug EES-Kontrollen durchführen müssen, um sicherzustellen, dass die Visumseintritte der Passagiere nicht erschöpft sind.
Quelle: VisaVerge