
Hunderte Aktivisten, Glaubensgemeinschaften und Nachbarschaftsvereine versammelten sich am 21. Mai vor dem Gebäude der spanischen Regierungsdelegation in der Madrider Calle de Alcalá, um eine „würdige und garantierte“ außerordentliche Legalisierung für undokumentierte Migranten zu fordern. Die von Europa Press fotografisch dokumentierte Demonstration ist Teil einer landesweiten Kampagne, die die Koalitionsregierung auffordert, den endgültigen Königlichen Erlass zu veröffentlichen, der ein einmaliges Legalisierungsfenster bis zum 30. Juni 2026 öffnen soll. Sprecher der Plattform #RegularizaciónYa kritisierten die ihrer Meinung nach undurchsichtigen Entwürfe und sich ständig ändernden Bedingungen. Obwohl die Innen- und Integrationsministerien bestätigt haben, dass Antragsteller lediglich eine ununterbrochene Anwesenheit seit dem 1. Januar 2026 und ein sauberes Führungszeugnis nachweisen müssen, befürchten Aktivisten, dass kurzfristige Anforderungen an Sprache oder Einkommen gefährdete Gruppen ausschließen könnten. Zudem soll der Erlass von Anfang an Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung, sektorübergreifende Mobilität auf dem Arbeitsmarkt und Familienzusammenführungsrechte garantieren. Wirtschaftliche Interessen beobachten die Entwicklung genau. Die Hotel- und Landwirtschaftsverbände Spaniens unterstützen eine schnelle und umfassende Legalisierung, da ein legaler Status es Arbeitgebern ermöglicht, Saisonkräfte vor der Hauptsaison formal anzustellen. Im Gegensatz dazu warnen Verbände kleiner und mittlerer Unternehmen, dass eine plötzliche Nachfrage nach legalen Arbeitsverträgen die Arbeitskosten erhöhen könnte. Mobilitätsteams in Unternehmen sollten Musterverträge und Gehaltsabrechnungsprozesse vorbereiten, damit neu legalisierte Arbeitnehmer nach Inkrafttreten des Erlasses schnell und regelkonform eingestellt werden können. Der Protest spiegelt eine breitere europäische Debatte wider, ob Massenlegalisierungen zukünftige irreguläre Migration fördern oder einfach die Realität anerkennen. Spaniens letzter groß angelegter Legalisierungsprozess im Jahr 2005 gewährte 578.000 Menschen einen legalen Status; Studien der Bank von Spanien zeigten später einen deutlichen Anstieg der Steuereinnahmen und kaum Anreize für weitere Migration. Befürworter berufen sich auf diese Ergebnisse, während Gegner, insbesondere die rechtsextreme Partei Vox, behaupten, die Maßnahme belaste soziale Dienste und schwäche die Abschreckung an den Grenzen. Praktischer Hinweis: Unternehmen, die undokumentierte Mitarbeiter beschäftigen, riskieren Bußgelder von bis zu 100.000 Euro pro Arbeitnehmer, wenn sie die Verträge nicht nach Öffnung des Legalisierungsfensters umwandeln. Die Beobachtung des Amtsblatts (BOE) auf den finalen Text und die Einrichtung einer internen Taskforce zur Reaktion auf die Amnestie sind entscheidend, um Störungen zu minimieren und Rekrutierungschancen zu nutzen.
Quelle: Europa Press