
Die Schweizerische Bundesbahn (SBB) und ihr grenzüberschreitendes Gemeinschaftsunternehmen TILO riefen am 29. Mai 2026 Reisende dazu auf, vor einer Fahrt nach Italien die Fahrpläne zu prüfen. Ein 24-stündiger Generalstreik südlich der Grenze führte zur Absage der meisten Fernverkehrszüge ab Chiasso und Domodossola. Der von mehreren italienischen Staatsgewerkschaften ausgerufene Streik begann am 28. Mai um 21:00 Uhr und soll bis heute Abend um 21:00 Uhr andauern. Auch Regionalzüge, auf die täglich Tausende Pendler aus dem Tessin angewiesen sind, sind betroffen. Trenord setzt Ersatzbusse zwischen Stabio und dem Flughafen Mailand-Malpensa ein, deren Kapazität jedoch begrenzt ist und die Fahrzeit deutlich länger als die üblichen 35 Minuten mit dem Zug dauert. Laut Nau.ch empfiehlt die SBB, Reisen umzubuchen oder zu verschieben und die Live-Updates in der SBB Mobile App zu verfolgen. Da auch italienische Fluglotsen am Streik teilnehmen, verkehren internationale Flüge ab Malpensa und Linate nur eingeschränkt, was zu einem erhöhten Passagieraufkommen an Schweizer Flughäfen und Straßen führt. Schweizer Unternehmen mit Außendienstmitarbeitern in der Lombardei oder Reisenden mit Anschlussflügen über Mailand stehen nicht nur vor logistischen Herausforderungen, sondern auch vor einer Fürsorgepflicht, wenn Mitarbeiter kurzfristig auf Landwege ausweichen. Mobilitätsmanager sollten betroffene Mitarbeiter ausfindig machen, nach Möglichkeit Hotelverlängerungen in der Schweiz anbieten und daran erinnern, dass die EU-Verordnung 261 Erstattungen für über SBB gebuchte Bahntickets vorsieht. Obwohl Streiks in Italien häufig vorkommen, ist der heute koordinierte Ausstand in Bahn, U-Bahn und Luftfahrt besonders störend. Für Ende Juni sind ähnliche 24-Stunden-Proteste geplant, weshalb Schweizer Personalabteilungen gut beraten sind, alternative Reisekorridore – etwa über den Flughafen Basel-Mulhouse oder Flüge von Zürich nach Rom – für wichtige Dienstreisen zu planen.
Quelle: Nau.ch