
Bei den politischen Konsultationen in Bern am 29. Mai 2026 vereinbarten der Staatssekretär des EDA, Alexandre Fasel, und sein italienischer Amtskollege Riccardo Guariglia, die Koordination bei der grenzüberschreitenden Arbeitsmobilität und im Asylmanagement zu intensivieren. Die Gespräche fanden zu einem entscheidenden Zeitpunkt statt: Mehr als 70.000 italienische Pendler fahren täglich in die Schweizer Kantone Tessin und Graubünden, während die Zusammenarbeit im Rahmen des EU-Dublin-Systems regelt, welches Land Asylgesuche bearbeitet, die die gemeinsame Grenze passieren. Beide Delegationen begrüßten den kürzlichen Inkrafttreten der revidierten Grenzgängervereinbarung, die Telearbeit von bis zu 40 Prozent der jährlichen Arbeitszeit offiziell anerkennt, ohne eine Doppelbesteuerung auszulösen. Multinationale Arbeitgeber mit Standorten auf beiden Seiten der Alpengrenze sehen in der Änderung eine lang ersehnte rechtliche Klarheit für hybride Arbeitsmodelle, was die Bindung von Talenten sowohl in der lombardischen Region Italiens als auch in der Schweiz erleichtert. Migration stand prominent auf der Agenda. Die Schweiz bekräftigte ihre Unterstützung für eine pragmatische Reform der Dublin-Regeln, die den Austausch von Fingerabdruckdaten beschleunigen und schnellere Überstellungen irregulärer Migranten ermöglichen soll. Rom unterstützte Berns Vorschlag für gemeinsame mobile Patrouillen entlang der Nebenpässe der Alpen während des bevorstehenden G7-Gipfels in Évian. Zudem wurden weitere europäische Themen angesprochen, darunter das Schweizer «Bilaterale III»-Paket mit der EU und Italiens Bedenken bezüglich der vorgeschlagenen EU-Stahlschutzmaßnahmen. Obwohl keine unmittelbaren Durchbrüche verkündet wurden, beschrieben beide Seiten die Atmosphäre als „konstruktiv“ und kündigten an, die nächste Konsultationsrunde noch vor Jahresende in Rom abzuhalten. Für Manager globaler Mobilität deuten die Ergebnisse auf eine reibungslosere Einhaltung der Vorschriften für die 25.000 Unternehmensentsandten hin, die ihre Arbeitswoche zwischen der Schweizer und der italienischen Grenze aufteilen. Unternehmen sollten ihre Lohnabrechnungssysteme überprüfen, um sicherzustellen, dass die Tage mit Telearbeit gemäß den neuen Steuergrenzen erfasst werden, und mögliche Stichprobenkontrollen an Straßen- und Bahnübergängen während der G7-Sicherheitsphase (10.–19. Juni 2026) einplanen.
Quelle: FDFA Press Release