
Die rechtsextreme Partei Vlaams Belang (VB) in Belgien startete am 3. Juni eine parlamentarische Blockadekampagne, um die Annahme eines Gesetzes durch die föderale Abgeordnetenkammer zu verhindern. Dieses Gesetz ist notwendig, um das nationale Recht an den EU-Migrations- und Asylpakt anzupassen, der ab dem 12. Juni in Kraft tritt. VB-Abgeordnete reichten Dutzende von Änderungsanträgen ein und nutzten Verfahrensanträge, um die Debatte im Innenausschuss zu verzögern, mit dem Versprechen, dies bis nach Inkrafttreten des Pakts fortzusetzen. Die Partei argumentiert, dass der Solidaritätsmechanismus des Pakts – wonach Länder, die sich weigern, umgesiedelte Asylsuchende aufzunehmen, Geldzahlungen leisten müssen – die belgische Souveränität verletze. Sie fordert Premierminister Bart De Wever auf, beim Europäischen Rat am 18. und 19. Juni eine „Opt-out“-Regelung zu beantragen. Regierungsparteien und die Oppositionspartei N-VA werfen dem VB „politisches Theater“ vor und weisen darauf hin, dass der Großteil des Pakts aus unmittelbar anwendbaren EU-Verordnungen besteht, die unabhängig von nationalen Umsetzungsgesetzen in Kraft treten. Praktisch könnte die Verzögerung Lücken im belgischen Rechtsrahmen für Grenzkontrollen und beschleunigte Rückführungsverfahren schaffen, was die Entscheidungen von Mobilitätsteams in Unternehmen erschwert, die auf planbare Asylrückstände angewiesen sind, um lokale Einstellungen zu planen. Juristen warnen, dass ohne das Umsetzungsgesetz den regionalen Behörden die Klarheit fehlen könnte, wie die neue Screening-Verordnung mit den bestehenden Regeln zur Bearbeitung von Einzelerlaubnissen zusammenwirkt. Multinationale Arbeitgeber mit Talentschleusen sollten beobachten, ob die belgischen Behörden Übergangsrichtlinien herausgeben. Sollte die Blockade anhalten, könnten Aufenthaltsanträge von Drittstaatsangehörigen, die später Asyl beantragen, in eine rechtliche Grauzone geraten, was das Risiko unerwarteter Aussetzungen von Arbeitserlaubnissen erhöht.
Quelle: 21 News