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EU einigt sich auf strengere Rückführungsregeln und ebnet Weg für Abschiebezentren im Ausland

Juni 3, 2026
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EU einigt sich auf strengere Rückführungsregeln und ebnet Weg für Abschiebezentren im Ausland
Nach zähen Verhandlungen am 1. Juni haben die EU-Verhandler das letzte Element des Migrations- und Asylpakts abgeschlossen: eine Verordnung zu Rückführungen, die den Mitgliedstaaten deutlich erweiterte Befugnisse zur Abschiebung undokumentierter Migranten einräumt. Der am 2. Juni verabschiedete Text erlaubt es den Ländern, sogenannte „Rückführungsplattformen“ in Drittstaaten einzurichten, auf die abgelehnte Asylbewerber auch dann transferiert werden können, wenn ihr Herkunftsland die Wiedereinreise verweigert. Die Haftzeiten können auf bis zu 30 Monate verlängert werden, Wiedereinreiseverbote auf 10 bis 20 Jahre ausgedehnt. Für Belgien, das 2025 nur 4.200 wirksame Rückführungsanordnungen gegenüber 15.000 Ausreiseentscheidungen erließ, verspricht die Verordnung eine stärkere EU-Koordination über Frontex sowie rechtliche Grundlagen, um Flüchtige länger in Haft zu halten. Bundesinnenbeamte erklärten gegenüber Le Monde, dass bereits im vierten Quartal 2026 gemeinsame Rückführungsflüge mit den Niederlanden und Deutschland erprobt werden sollen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren das Abkommen als „massiven Rückschritt“, während Berater für Arbeitsmigration meinen, dass klarere Durchsetzungsregeln die Bearbeitungszeiten für Ein-Permit-Verfahren verkürzen könnten: Aktuell verzögern sich Verfahren oft, wenn Hintergrundprüfungen eine offene Ausreiseanordnung aufdecken. Mit dem neuen System sollen Antragsteller mit ungeklärten Rückführungsentscheidungen schneller aussortiert werden, was Arbeitgebern mehr Planungssicherheit gibt. Unternehmen sollten jedoch mit Reputationsrisiken rechnen, falls Partnerregierungen Rückführungszentren in afrikanischen oder asiatischen Ländern mit schlechten Menschenrechtsbilanzen wählen. Sorgfaltsteams könnten daher ihre Lieferkettenpartner überprüfen, die in Logistik oder Facility Management solcher Zentren involviert sein könnten.
Quelle: Le Monde (English)

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