
Das neue Terminvergabesystem von VFS Global für polnische Visazentren in Belarus ging am 8. Juni live, stieß jedoch bereits auf Kritik, wie ein Bericht von Nasha Niva vom 11. Juni zeigt. Die Plattform ersetzt die berüchtigte „Slot-Schnapp“-Schnittstelle durch eine verifizierte Warteliste: Antragsteller registrieren sich, durchlaufen eine Identitätsprüfung per Handykamera und erhalten E-Mail-Benachrichtigungen, sobald Termine verfügbar sind. Frühe Nutzer berichteten jedoch von wiederholten Fehlermeldungen wie „Sitzung abgelaufen“ und „Zu viele Versuche“. Einige Konten wurden automatisch gesperrt, andere konnten das Zentrum in Minsk nicht auswählen, was die Antragsteller zwang, regionale Büros in Gomel oder Grodno zu wählen. In sozialen Medien wurde der Prozess als neuer „belarussischer Volkssport“ bezeichnet, wobei Nutzer Tipps zu VPNs und alternativen Browsern austauschten. Für polnische Arbeitgeber stehen viel auf dem Spiel. Trotz vereinfachter Arbeitsmarkttests benötigen belarussische Staatsangehörige weiterhin ein nationales (D) Visum, um in Polen zu arbeiten, sofern sie keine Karta Polaka besitzen. Verzögerungen bei der Terminvergabe können die Einstellung um Monate verzögern und damit Projektzeitpläne in IT-Outsourcing, Fintech und Produktion beeinträchtigen. Mobility-Teams sollten Notfallpläne vorbereiten: Remote-Onboarding aus Belarus in Betracht ziehen, EU-interne Unternehmensversetzungen prüfen oder, wenn möglich, auf das in Warschau bearbeitete polnische Business Harbour Visum umsteigen. Die Personalabteilungen sollten zudem die VFS-Ankündigungen im Auge behalten; eine Systemstabilisierung und zusätzliche Kontingentfreigaben werden bis Ende Juni erwartet.
Quelle: Nasha Niva (EN)